Renault sieht sich auf dem deutschen Markt bei der Elektromobilität gut positioniert. Deutschlandchef Florian Kraft erwartet für die Marke in diesem Jahr einen Zulassungsanteil von Elektroautos von rund einem Drittel. Grundlage dafür ist eine wachsende Modellpalette im Kleinwagensegment sowie eine steigende Nachfrage nach elektrischen Fahrzeugen. Kraft verweist im Gespräch mit der Autogazette darauf, dass das Interesse an E-Autos bereits vor der Einführung der neuen Elektroprämie hoch gewesen sei, die Förderung den Absatz jedoch zusätzlich unterstütze.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der elektrische Renault 5. Das Kleinwagen-Modell startete im Januar des vergangenen Jahres und übertraf bereits zur Jahresmitte die ursprünglichen Verkaufsziele. Statt der zunächst erwarteten rund 6000 Fahrzeuge im Jahr wurden letztlich 7884 Einheiten neu zugelassen. Für das laufende Jahr wurden die Erwartungen aufgrund positiver Rückmeldungen aus Handel und Kundschaft leicht nach oben korrigiert. Gleichzeitig erweitert Renault sein Angebot im Kleinwagensegment: Neben dem Renault 5 wurde der ebenfalls vollelektrische Renault 4 eingeführt, und mit dem Kleinstwagen Twingo kommt ein weiteres Elektroauto hinzu.
Der R4 richtet sich laut Kraft an eine andere Zielgruppe als der R5. Während der R5 eher als stylischer Kleinwagen positioniert ist, beschreibt der Manager den R4 als „Allrounder“ für eine kleine Familie mit größerer Variabilität. Für das Modell erwartet Renault monatliche Verkaufszahlen von etwa 300 bis 400 Einheiten. Insgesamt sehen die Franzosen für die drei kleinen Stromer jeweils eigene Kundengruppen, sodass sie sich aus Sicht des Importeurs nicht gegenseitig wesentlich Konkurrenz machen sollen.
„Der R5 hat Kultpotenzial“
Besondere Bedeutung misst Renault dem R5 für das Markenimage zu. „Der R5 hat Kultpotenzial“, meint Kraft. Für einen Importeur mit einem Marktanteil von zwei bis drei Prozent sei es wichtig, mit Fahrzeugen im Straßenbild aufzufallen. Deshalb sei es hilfreich, ein Modell im Portfolio zu haben, „was auffällt und von sich reden macht“.
Zum Wachstum beitragen soll vor allem der neue Twingo E-Tech, der seit kurzem zu einem Einstiegspreis von unter 20.000 Euro angeboten wird. Das rein elektrische Modell ist seit Januar bestellbar und steht ab März in den Ausstellungsräumen. Renault rechnet mit vierstelligen Verkaufszahlen pro Monat. Kraft geht sogar davon aus, dass der Kleinstwagen bald zum wichtigsten Modell der Marke wird: „Ich wette, dass ab dem Sommer der Twingo das meistverkaufte Fahrzeug in der Renault-Palette sein wird.“
Die breite Modellpalette im Kleinwagensegment sieht Renault als wichtigen Faktor für den Ausbau der Elektromobilität. Kraft beobachtet, dass sich inzwischen kaum noch Autokäufer nicht mit dem Thema Elektroantrieb befassen. Viele Kunden, die sich aktuell noch gegen einen Stromer entscheiden, würden dies aus seiner Sicht beim nächsten Fahrzeugkauf nachholen.
Auch staatliche Fördermaßnahmen spielen dabei eine Rolle. Renault geht davon aus, dass der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge in Deutschland mittelfristig bei mindestens 25 Prozent liegen könnte. Ursprünglich rechnete das Unternehmen für 2026 mit einem Marktanteil zwischen 23 und 26 Prozent. Durch die neue deutsche E-Auto-Prämie könnten noch rund 4,5 Prozentpunkte hinzukommen. Für Renault liegt das Ziel höher: Wenn der Gesamtmarkt etwa ein Viertel Elektroanteil erreicht, erwartet Kraft für die Marke einen Anteil von 33 bis 35 Prozent.
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