Nach Meinung des Energieversorgers EnBW ist es wegen größerer Elektroauto-Batterien und höherer Ladeleistungen nicht mehr notwendig, dass die Kommunen für ein engmaschiges Ladenetz sorgen.
„Man muss sich von der Vorstellung verabschieden, dass jeder Parkplatz in einer Stadt eine Lademöglichkeit bereitzuhalten hat. Das ist technisch und betriebswirtschaftlich nicht machbar, und ich glaube auch, dass dies nicht mehr notwendig ist“, so der CEO von EnBW mobility+ Martin Roemheld im Gespräch mit Auto Motor und Sport. „In solchen Diskussionen schwingt immer mit, dass Laden lange dauert. Fahre ich aber ein Auto mit 500 km Reichweite, das mit 400 kW oder mehr lädt, dann fahre ich einmal die Woche zum Laden, so wie bisher mit dem Verbrenner. Meine gewohnten Abläufe ändern sich nicht mehr.“
Der Schlüssel dazu sei, dass man flächendeckend schnellladen kann. „Wenn Schnellladeparks in Städten etabliert sind, wird keiner mehr die schwachen AC-Säulen am Straßenrand vermissen“, meinte Roemheld. Das Netz sei in den vergangenen Jahren enorm ausgebaut worden. „Ich würde die Infrastruktur beim Schnellladen inzwischen als sehr gut bezeichnen, die EnBW ist in den letzten Jahren stark in Vorleistung gegangen, sowohl was die Anzahl der Säulen betrifft als auch die Ladeleistung.“
Jetzt kämen E-Fahrzeuge auf den Markt, die die hohen Ladeleistungen auch nutzen können. Mit seinem Netz in ganz Deutschland sorge der Energiekonzern dafür, dass seine Kunden im Schnitt alle 50 Kilometer einen EnBW-Schnellladestandort finden – „egal ob in der Stadt, auf dem Land oder entlang der Autobahn“.
Themen wie Reichweitenangst, eine angeblich mangelhafte öffentliche Ladeinfrastruktur oder die Diskussion um die Verschiebung des EU-„Verbrenner-Aus“ gehen laut Aussagen des EnBW-Managers von Ende 2025 an der Realität vorbei. Er fahre bereits seit über einem Jahrzehnt E-Auto, habe aber erst seit zwei Jahren überhaupt eine heimische Wallbox – und sei vorher immer gut mit der öffentlichen Ladeinfrastruktur ausgekommen.
Die emotionale Debatte, dass ein Auto „blubbern und Krach machen muss“, werde in immer mehr Köpfen abgelegt, glaubt Roemheld. Mittlerweile erlebe man es immer öfter, dass Menschen ein E-Auto kaufen, „weil E-Mobilität die günstigere Mobilität“ sei. Das sehe man an den Ladekosten, aber auch an den Servicekosten, die stark heruntergingen. Er hoffe auf einen Schneeballeffekt in der Bevölkerung, wenn immer mehr Menschen verstünden, dass E-Autos absolut alltagstauglich seien und die Gesamtkosten mindestens gleich zu einem Verbrenner, wenn nicht sogar günstiger.
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