Unter maßgeblicher Führung aus Deutschland gewinnt die Idee eines Betriebssystems für softwaredefinierte Fahrzeuge (SDV) an Dynamik. Die 2025 gegründete Open-Source-Allianz Eclipse Foundation verzeichnet laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) ein starkes Wachstum. Auf der Tech-Messe CES in den USA wurde bekannt gegeben, dass sich die Zahl der beteiligten Unternehmen von ursprünglich elf auf nun 32 erhöht hat.
Die Initiative richtet sich an die Entwicklung einer herstellerneutralen Softwarebasis für das softwaredefinierte Fahrzeug. Diese Basis soll im Hintergrund verschiedene Fahrzeugfunktionen steuern, ohne dass der Fahrer davon etwas bemerkt. Ziel ist es, Kosten zu senken und Entwicklungszeiten zu verkürzen, indem nicht differenzierende Software gemeinsam entwickelt wird.
Zu den Gründungsmitgliedern zählen große Namen der Auto-, Zulieferer- und Tech-Industrie, darunter BMW, Bosch, ETAS, Mercedes-Benz, Volkswagen, ZF und Valeo. Mit dem jüngsten Zuwachs wird die Allianz internationaler. Neu hinzugekommen sind unter anderem Accenture, AVL, Capgemini, Elektrobit, Infineon, LG Electronics, Qualcomm, Schaeffler, Stellantis, Traton und T-Systems.
Nach Angaben der Eclipse Foundation lassen sich durch die gemeinsame Entwicklung Einsparungen von rund 40 Prozent bei den Kosten sowie um etwa 30 Prozent kürzere Entwicklungszeiten erzielen. Geschäftsführer Mike Milinkovich: „Branchenführer haben erkannt, dass vertrauenswürdige Open-Source-Grundlagen für die Entwicklung zukünftiger Generationen sicherer, intelligenter und vernetzter Fahrzeuge unerlässlich sind.“
Der VDA sieht in dem Ansatz einen strategischen Vorteil für Hersteller und Zulieferer. Geschäftsführer Marcus Bollig erklärte: „Durch die gemeinsame Entwicklung von nichtdifferenzierender Software können Hersteller und Zulieferer ihre Ressourcen auf das konzentrieren, was wirklich zählt: die Bereitstellung einzigartiger, kundenorientierter Erlebnisse.“
Langfristig soll die gemeinsam entwickelte Software bisherige Einzellösungen ablösen. Eine erste Vor-Version des SDV-Betriebssystems existiert seit November 2025 unter dem Namen Eclipse S-Core Version 0.5. Sie soll in diesem Jahr veröffentlicht werden und spätestens ab 2030 in Serienfahrzeugen zum Einsatz kommen.
Der Zusammenschluss fällt in eine Phase, in der viele Autohersteller ihre Software-Strategien neu ausrichten. Gleichzeitig stehen sie vor steigenden Kosten für Plattformpflege, Cybersecurity und Funktionssicherheit, was den Ansatz eines gemeinsamen Software-Stacks für viele attraktiv macht. „Der starke Zuwachs der Gruppe spiegelt den deutlichen globalen Wandel hin zu offener, kollaborativer Innovation in der Automobilindustrie wider“, so Eclipse-Chef Milinkovich.
Bei dem Open-Source-Modell bringen die Partner Software-Code ein, der von allen genutzt und weiterentwickelt werden darf. Die gemeinnützige Eclipse Foundation koordiniert die Zusammenarbeit, sorgt für Vereinheitlichung und Zertifizierung. Die Stiftung mit Sitz in Brüssel existiert seit 2004 und kümmert sich um diverse Open-Source-Projekte. Die Initiative für ein SDV-Open-Source-Projekt ging laut der Automobilwoche maßgeblich von Deutschland aus.
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