DPMA-Jahresstatistik 2025: Innovationstätigkeit bei Elektromobilität legt weiter zu

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Die Nachfrage nach Schutzrechten des geistigen Eigentums für den deutschen Markt hat im vergangenen Jahr erneut deutlich zugenommen. Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) registrierte 2025 weitaus mehr Anmeldungen für Patente, Marken und Gebrauchsmuster als im Vorjahr. Die Zahl der Patentanmeldungen stieg um 4,7 Prozent auf 62.050, die der Markenanmeldungen sogar um 19,8 Prozent auf 96.328, Gebrauchsmusteranmeldungen nahmen um 19,3 Prozent auf 11.427 zu. Die Zahl der Designanmeldungen stieg um 5,9 Prozent auf 4.183.
Erfreulich aus deutscher Sicht ist, dass inländische Anmelder zu dem Zuwachs im Patentbereich überdurchschnittlich stark beitrugen. 42.349 Anmeldungen kamen von inländischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie freien Erfindern (+ 5,6 %), 19.701 Anmeldungen kamen aus dem Ausland (+ 2,8 %). Das DPMA steigerte die Zahl abgeschlossener Eintragungs- und Prüfungsverfahren in fast allen Bereiche, bei Marken sogar im zweistelligen Prozentbereich.
„Der Schutz geistigen Eigentums hat hohe strategische Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und den Wohlstand in unserer Gesellschaft. Innovationen können ihr volles wirtschaftliches Potenzial nur entfalten, wenn sie geschützt werden. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es ein gutes Zeichen, dass der Schutz von Innovationen gerade für Unternehmen aus Deutschland weiter hohe Priorität hat“, sagt DPMA-Präsidentin Eva Schewior. „Neben ihrer immensen wirtschaftlichen Bedeutung, können Innovationen auch dabei helfen, gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Mit Schutzrechten bieten wir dafür einen enorm wichtigen Anreiz.“

Patentanmeldungen werden international in die Sektoren „Elektrotechnik“, „Instrumente“ (technischer Art), „Chemie“, „Maschinenbau“ und „Sonstige Gebiete“ eingeteilt. Den Sektoren werden Technologiefelder zugeordnet. Diese bestehen wiederum aus festgelegten technischen Unterklassen. Der anmeldestärkste Sektor beim DPMA war im vergangenen Jahr erneut der „Maschinenbau“ mit 24.338 Anmeldungen (+2,2 %). Darauf folgten die „Elektrotechnik“ (19.436, + 9,1 %), „Instrumente“ (9.376, + 1,9 %), „Chemie“ (4.613, +5,2 %) und „Sonstige Gebiete“ (3.895, -0,3%), in dem Bauwesen, Möbel, Spiele und weitere Konsumgüter zusammengefasst sind.

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Hauptgrund für den weit überdurchschnittlichen Zuwachs in der Elektrotechnik (+ 9,1 %) ist eine starke Innovationstätigkeit bei Digitaltechnologien und in der Batterietechnik. Im anmeldestarken Technologiefeld „Computertechnik“ legten die Patentanmeldungen um 10,9 Prozent auf 3.679 zu. Dazu zählen unter anderem Erfindungen zur Bilddatenverarbeitung und zur Spracherkennung. Viele dieser Entwicklungen setzen Künstliche Intelligenz ein. Einen noch höheren Zuwachs verzeichnete das DPMA in der „Digitalen Kommunikationstechnik“ (+19,2 %), der 1.222 Anmeldungen zugeordnet wurden. Viele Erfindungen stehen hier in Zusammenhang mit den neuesten Mobilfunkstandards (5G/6G) und sind damit wichtig für die digitale Vernetzung in vielen Schlüsseltechnologien.
Enormes Wachstum gab es im Technologiefeld „Datenverarbeitungsverfahren für betriebswirtschaftliche Zwecke“ (+59,7 %), in dem insgesamt 867 Anmeldungen eingingen. In diesen Bereich fallen beispielsweise Verfahren für die Energie- und Wasserversorgung, zur Fertigung und Produktion, zur Steuerung von Arbeitsabläufen oder für die Material- und Warenwirtschaft – meist mit dem Zweck, die betriebswirtschaftliche Effizienz zu steigern. Ein konkretes Beispiel ist die Kommunikation von Elektrofahrzeugen mit der Ladeinfrastruktur. Erfindungen für diesen Bereich verdoppelten sich auf fast 150. Die starke Zunahme wird in einigen Bereichen durch die neuen Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz getrieben.
Alle Top-10-Anmelder aus der Automobilindustrie
Überdurchschnittlich stark zugenommen haben Anmeldungen im Technologiefeld „Elektrische Maschinen und Geräte, elektrische Energie“ (+7,5 %). Dieses umfasst die anmeldestärkste aller Unterklassen (H01M), in der Batterien und Brennstoffzellen zusammengefasst sind und die ebenfalls einen erheblichen Zuwachs verzeichnet (+13,4 %). Wichtigste Anmelder sind hier deutsche und ausländische Automobilhersteller und Zulieferer.
Die Automobilindustrie ist beim Deutschen Patent- und Markenamt im Patentbereich die anmeldestärkste Branche. Unter den Top-10-Anmeldern fanden sich im vergangenen Jahr wie schon in den Vorjahren ausschließlich Automobilhersteller und Zulieferer. Die Top-10 reichten zusammen rund 30 Prozent aller Patentanmeldungen ein. Auf Rang 1 lag die Robert Bosch GmbH mit 4.109 Anmeldungen. Darauf folgten die Mercedes-Benz Group AG (2.726) und die Bayerische Motoren Werke AG (2.553) auf den Plätzen 2 und 3.
Elektroantriebe weiterhin wachsender Innovationsbereich
Folglich war der „Transport“, in dem die Automobilindustrie die dominierende Anmelderschaft ist, mit 11.604 Anmeldungen (+3,9 %) wieder das mit Abstand anmeldestärkste Technologiefeld. Ein wachsender Innovationsbereich bleibt die Weiterentwicklung von Elektroantrieben und den damit zusammenhängenden Komponenten. Eine immer größere Rolle spielt auch die Entwicklung von Informations- und Unterhaltungssystemen im Auto (Infotainment). Die Unterklasse, in der unter anderem Instrumente im Auto erfasst werden, legte abermals deutlich zu. Entwickelt werden zum Beispiel neuartige Displays (Head-up-Displays) und Möglichkeiten, Instrumente in der Fahrerkabine über die Sprache und über Gesten zu steuern.
Zudem nimmt die Zahl der Erfindungen zu, die den Benutzerkomfort im Auto erhöhen – zum Beispiel indem individuelle Fahrerprofile zur Individualisierung des Fahrzeugs gespeichert werden. Neben komfortorientierten Funktionen erfordern aber auch sicherheitsrelevante elektrische Komponenten, zum Beispiel für autonomes Fahren, innovative Lösungen für ausfallsichere Stromversorgungen im Auto. Auch dafür nimmt die Zahl der Erfindungen erheblich zu.
Der Trend zu rückläufigen Erfindungen für Verbrennungsmotoren setzte sich nur eingeschränkt fort. Das dafür besonders einschlägige Technologiefeld „Motoren, Pumpen, Turbinen“ legte nach einigen Jahren des Rückgangs 2025 wieder um 2,8 Prozent zu. Zwar waren die Anmeldungen deutscher Unternehmen rückläufig, aus dem Ausland – besonders aus Japan und den Vereinigten Staaten – gingen aber deutlich mehr Anmeldungen ein als im Vorjahr.

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Patentanmeldungen: Baden-Württemberg weiter vor Bayern
Das DPMA betrachtet auch die Verteilung der Patentanmeldungen auf die einzelnen Bundesländer. Im Länder-Ranking lag Baden-Württemberg mit diesmal 15.161 Anmeldungen (-2,2 %) abermals auf Rang 1. Auf Rang 2 lag erneut Bayern, das deutlich auf 12.575 Anmeldungen zulegte (+10,6 %). Auf Rang 3 lag wie im Vorjahr Nordrhein-Westfalen mit 5.701 Anmeldungen (+6,7 %). Bezieht man die Anmeldungen auf die jeweilige Bevölkerungszahl, so liegt Baden-Württemberg mit 135 Patentanmeldungen pro 100.000 Einwohner vor Bayern (95) und Niedersachsen (47). Das sind auch die Bundesländer, in denen die großen deutschen Automobilhersteller ihren Hauptsitz haben.
Technische Erfindungen können auch mit Gebrauchsmustern geschützt werden. Diese bieten für Vorrichtungen und Apparate schnellen Schutz, werden im Gegensatz zum Patent allerdings vor der Eintragung nicht auf Neuheit und erfinderische Tätigkeit geprüft. Im Vergleich zu Patenten werden Gebrauchsmuster häufig von Privatpersonen angemeldet. Diese Anmeldegruppe hat besonders zu dem großen Zuwachs im vergangenen Jahr beigetragen. Gebrauchsmusteranmeldungen natürlicher Personen nahmen um 46,6 Prozent zu. Insgesamt stieg der Anteil der Anmeldungen natürlicher Personen um rund 5 Prozentpunkte auf 39,5 Prozent. Zudem stiegen die Anmeldungen von Unternehmen aus China stark an (+35,9 %).
Markenanmeldungen aus China um fast 200 Prozent gestiegen
Einer der Hauptgründe für den starken Anstieg im Markenbereich im vergangenen Jahr ist die mit 10.027 Anmeldungen sprunghaft gewachsene Nachfrage aus China (Vorjahr: 3.385 Anmeldungen, +196,2 %). Deutlich zugenommen hat auch die Zahl der Anmeldungen aus den Vereinigten Staaten; diese lag bei 1.103 (Vorjahr: 549 Anmeldungen, +100,9 %). Das spricht für eine deutliche Zunahme an Wirtschaftstätigkeit aus diesen beiden Ländern auf dem deutschen Markt. Auch die Nachfrage aus dem Inland nahm erheblich zu (+12,0 %). Was bei Marken zudem ins Gewicht fällt: Große Online-Handelsplattformen verlangen gewerbliche Schutzrechte, damit Anbieter auf der Plattform aktiv werden können.
Bei jeder Markenanmeldung ist zu definieren, auf welche Waren- oder Dienstleistungsklassen sich der Schutz beziehen soll. Hier gab es von 2024 auf 2025 den stärksten Anstieg bei der Warenklasse 9 („Elektronische Apparate und Instrumente; Computerhardware; Software; optische Geräte“): Es waren 20.823 Anmeldungen, in denen diese Klasse beansprucht wurde, ein Plus von 38,9 Prozent. Über alle Waren- und Dienstleistungsklassen hinweg stellt das DPMA fest, dass „KI“ oder „AI“ (für Künstliche Intelligenz, beziehungsweise englisch: Artificial Intelligence) besonders häufig Bestandteil von angemeldeten Wortmarken oder Wort-Bild-Marken ist.

(Zum Vergrößern anklicken) Bild: DPMA
Wie bei Patenten untersucht das DPMA auch, wie sich Markenanmeldungen auf die Bundesländer verteilen. Dabei stehen ebenfalls die bei Patenten genannten Bundesländer auf den ersten drei Plätzen – allerdings in umgekehrter Reihenfolge: Mit großem Abstand führt Nordrhein-Westfalen mit 24.499 vor Bayern mit 12.316 und Baden-Württemberg mit 9.249 Anmeldungen. Rechnet man auf die jeweilige Bevölkerung um, liegt Hamburg mit 185 Markenanmeldungen pro 100.000 Einwohner auf Rang 1. Es folgen Berlin (144) und Nordrhein-Westfalen (136) auf den Rängen 2 und 3.
Im Designbereich ist die Anmeldeentwicklung differenziert zu betrachten: Eine Designanmeldung kann bis zu 100 Einzeldesigns umfassen. Da Anmeldungen im Schnitt weniger Einzeldesigns enthielten, steht dem Anstieg der Anmeldungen ein leichter Rückgang der darin angemeldeten Designs entgegen. Die Zahl der angemeldeten Designs sank von 2024 auf 2025 leicht um 1,5 Prozent auf 29.687. Stärkster Bereich ist Klasse 6 (Möbel; +8,2 Prozent). Was Trends anbelangt, zeigen sich in einigen Klassen erhöhte Anmeldezahlen zu Vorprodukten von 3D-gedruckten Erzeugnissen.
DPMA-Leistungsbilanz für 2025
Das Deutsche Patent- und Markenamt blickt auf seine Leistungsbilanz für 2025 zurück: Die Patentprüfer schlossen 45.839 Prüfungsverfahren ab (+1,3 %). Erfreulich sei vor allem die hohe Zahl (24.475) erteilter Patente (+2,2 %). In 21.364 Fällen sei kein Patent erteilt worden – weil die Prüfer die Anmeldung zurückwiesen, die Anmelder sie zurücknahmen oder fällige Gebühren nicht gezahlt wurden. Die Erteilungsquote lag damit bei 53,4 Prozent.
Im Markenbereich schloss das DPMA 82.542 Eintragungsverfahren ab (+10,2 %), 55.863 davon mit Eintragung einer Marke ins Register. Hinzu kommen 27.161 Designs in abgeschlossenen Eintragungsverfahren (-11,5 %) und 10.838 Abschlüsse bei Gebrauchsmustereintragungsverfahren (+9,2 %). In 9.750 Fällen wurden dabei Gebrauchsmuster ins Register eingetragen.

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