XPeng-Deutschland-Chef: „Die Elektromobilität wird sich über kurz oder lang durchsetzen“

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Der chinesische Elektroautobauer und Volkswagen-Partner XPeng ist inzwischen auch hierzulande vertreten. Markus Schrick, Geschäftsführer von XPeng Deutschland, sieht die Elektromobilität auf dem richtigen Weg, auch wenn sie in der Bundesrepublik noch hinter politischen Erwartungen und Herstellerplänen zurückbleibe.

„Die Elektromobilität wird sich über kurz oder lang durchsetzen, auch durchsetzen müssen“, so Schrick im Gespräch mit dem Portal Edison. Wichtig sei, dass die Politik und die Hersteller die Transformation attraktiv gestalten. Trotz seiner Rolle bei einem Elektroautohersteller betont er die Bedeutung der Wahlfreiheit für Verbraucher: Verbote seien kein zielführender Weg. Der wachsende Informations- und Beratungsbedarf sowie steigende Neuzulassungen zeigten, dass sich etwas bewegt. Das von der EU geplante Verbot konventioneller Antriebe ab 2035 hält Schrick für einen „Schnellschuss, den man vernünftigerweise korrigieren muss“.

Vor allem Unternehmen seien derzeit treibende Kräfte der Antriebswende. Viele setzten sich Klimaneutralität zum Ziel und nutzten ihre Fahrzeugflotten, um CO₂-Emissionen zu reduzieren. Dennoch erfolge der Umstieg meist schrittweise. Dass Importeure früher kaum Zugang zu deutschen Flottenkunden hatten, hat sich nach Schricks Einschätzung geändert. „Der Flottenmarkt hat sich generell geöffnet“, sagt er. Fuhrparkmanager seien offener für neue Marken geworden, wenn deren Technologie überzeugend sei – unabhängig von der Herkunft.

Für XPeng spiele das Flottengeschäft zwar eine Rolle, der Schwerpunkt liege aber weiterhin auf Privatkunden. Der Anteil an gewerblichen Zulassungen liege derzeit bei 30 bis 40 Prozent, Eigenzulassungen oder Zulassungen auf Handelsbetriebe seien gering. Push-Aktionen lehne das Unternehmen ab, da sie der langfristigen Markenentwicklung schaden würden. Mit Modellen wie dem XPeng G9 wolle der Hersteller Kunden mit Leistungswerten überzeugen, die herkömmlichen Fahrzeugen kaum nachstehen. Das E-SUV erreiche bis zu 585 Kilometer Reichweite und lade die Batterie von 20 auf 80 Prozent in zehn Minuten – ein Wert, der einer klassischen Tankzeit nahekomme.

In Fokus: Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Leistung

XPeng setze laut Schrick auf drei zentrale Verkaufsargumente, die alle Kunden interessierten: Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Leistung. Und zum Schluss komme dann noch die Frage nach dem Preis. Das Unternehmen biete den Kunden dabei auch sieben Jahre Fahrzeug- und acht Jahre Batteriegarantie sowie regelmäßige Over-the-Air-Updates. Man wolle mit hoher technischer Qualität, Forschung und Eigenproduktion überzeugen. So könne man E-Autos und Leasingangebote zu besonders wettbewerbsfähigen Preisen anbieten.

Der Unterschied zwischen chinesischen und deutschen Herstellern liegt laut Schrick vor allem in der Geschwindigkeit der Umsetzung. Der oft beschriebene „China-Speed“ sei zwar ein Vorteil, aber allein kein Garant für Erfolg. XPeng unterscheide sich zudem von anderen chinesischen Herstellern durch seine dezentrale Struktur. Die Märkte selbst bestimmten das Geschäft, das lokale Management treffe eigenständige Entscheidungen. „Wir sind in Deutschland verantwortlich für unser Geschäft, legen selbst die Strategien fest“, betont der Landeschef.

Um mehr Menschen von Elektroautos zu überzeugen, setzt XPeng auf unmittelbare Erfahrungen. So könnten Unternehmen Fahrzeuge nicht nur kurz, sondern über mehrere Tage testen. Ziel sei es, Berührungsängste abzubauen und Begeisterung zu schaffen. Schrick beschreibt den Ansatz so: „Wir wollen dem Kunden mindestens geben, was er erwartet – und ihn darüber hinaus noch ein bisschen überraschen.“ Vertrauen, Zuverlässigkeit und Erstaunen seien die Schlüssel, um Akzeptanz zu gewinnen.

Wie sich der Anteil der Elektroautos bis 2035 entwickeln wird, will Schrick nicht schätzen. Zu viele Faktoren wie politische Rahmenbedingungen, Ladeinfrastruktur, Strompreise und Fördermaßnahmen spielten eine Rolle. Eine konkrete Prognose wolle er daher nicht wagen. Die Entwicklung des Marktes stehe „in den Sternen“.

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