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Jaguar-Direktor: „Polarisierend zu sein ist gut“

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Jaguar hat kürzlich das erste Modell seiner Zukunft als Hersteller besonders luxuriöser Elektroautos vorgestellt. Bei der britischen Traditionsmarke erwartet man, dass die USA der wichtigste Markt für die Sportlimousine Type 01 werden. Bestellungen sollen ab Anfang 2027 angenommen werden. In Großbritannien wird der Einstiegspreis mit 130.000 Pfund (ca. 154.000 Euro) angegeben.

Laut Untersuchungen von Jaguar Land Rover (JRL) ist der Antrieb nur der achtwichtigste Kaufgrund. Design, emotionale Reaktion, Fahrvergnügen und Materialqualität werden von potenziellen Kunden höher gewichtet. Rawdon Glover, Managing Director, meinte gegenüber Automotive News, dass etwa 20 Prozent der zahlungskräftigen Kunden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bevorzugen. Das lasse einen bedeutenden Markt für den Type 01 offen.

Jaguar entschied sich laut Glover für einen elektrischen Antriebsstrang, da dieser das Design, die Leistung und die „Raffinesse“ bot, die die Marke suchte. „Indem wir die Plattform ausschließlich auf einen Elektroantrieb auslegten, vermieden wir die Kompromisse, die nötig wären, wenn sie für mehrere Antriebsarten ausgelegt werden müsste.“

Der Type 01 basiert auf der Jaguar Electric Platform. Das Elektroauto ist das erste von nach aktuellem Stand drei geplanten Luxus-Stromern der Marke. Die Konstruktion des 120-kWh-Akkupacks ermöglicht durch eine spezielle Platzierung der Batteriezellen mehr Beinfreiheit im Fond der 5,2 Meter langen Limousine, was die Fahrzeughöhe reduziert.

Der nur 1,40 Meter hohe Type 01 verfügt über drei Elektromotoren, Allradantrieb und eine maximale Systemleistung von 758 kW/1030 PS. Von 0 auf 100 km/h geht es in 3,2 Sekunden. Die nutzbare Batteriekapazität beträgt 118 kWh, das elektrische System arbeitet mit 850 Volt. Als WLTP-Reichweite werden bis zu 720 Kilometer angegeben. Schnellladen ist mit bis zu 350 kW möglich, womit sich die Akkus in rund 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent füllen lassen sollen.

Umstrittene Neuausrichtung

Zur radikalen Entscheidung, das gesamte Modellportfolio im Mainstream-Premiumbereich einzustellen und nur noch Luxus-Elektroautos zu verkaufen, erklärte Glover: „Es ist ein Segment, in dem ein gnadenloser Wettbewerb herrscht. Es war einfach sehr, sehr schwer für uns, da mitzuhalten.“

Jaguars Werbekampagne für die Neuausrichtung kam bei vielen gar nicht gut an. Insbesondere ein Werbespot, der eine Gruppe diverser, androgyn wirkender Models in auffälliger, farbenfroher Kleidung zeigte, sorgte für Diskussionen – nicht zuletzt, weil darin kein Auto zu sehen war.

Nach der Vorstellung des Type 01 rechnet der Hersteller mit kontroversen Reaktionen auf das avantgardistische Design. Die Polarisierung nimmt man bewusst in Kauf. „Die Designs, die den Test der Zeit bestehen, sind diejenigen, die auf den ersten Blick ein wenig irritieren und gewagt wirken“, so Glover. „Polarisierung ist etwas Gutes.“

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