Der deutsche Gebrauchtwagenmarkt hat das Jahr 2025 insgesamt stabil abgeschlossen. Besitzumschreibungen und Nachfrage bewegten sich im vierten Quartal nahe am Vorjahresniveau, während Bestände und Lagerreichweiten weiter zunahmen.
Das zeigt der aktuelle MarktReport des Portals AutoScout24 für das vierte Quartal 2025. Die Auswertung ordnet die Marktentwicklung zum Jahresende ein und gibt einen Ausblick auf das Handelsjahr 2026 und die Auswirkungen der neuen Elektroförderung auf den Gebrauchtwagenmarkt.
Die Nachfrage nach Gebrauchtwagen blieb der Auswertung zufolge im vierten Quartal ebenso wie im Gesamtjahr 2025 stabil. Laut Kraftfahrt-Bundesamt lagen die Besitzumschreibungen sowohl im Q4 (486.000; +0,4 %) als auch auf Gesamtjahressicht (6,5 Mio.; +0,5 %) nur leicht über dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig nahm das Angebot weiter zu. Die Bestände professioneller Händler auf AutoScout24 bewegten sich im vergangenen Quartal rund 4 Prozent über dem Vorjahr. Damit zeigt sich der Markt insgesamt robust, wird zum Jahreswechsel jedoch spürbar anspruchsvoller.
Trotz wachsender Bestände bleiben Angebot und Nachfrage insgesamt in Balance. Die durchschnittliche Lagerreichweite – gemessen am Verhältnis zwischen durchschnittlichem Gebrauchtwagenbestand und -absatz – stieg im vierten Quartal im Vorjahresvergleich um rund 4 Prozent (zwei Tage). Gleichzeitig verkürzte sich die durchschnittliche Zeit bis zum Verkauf leicht: Ein Gebrauchtwagen wurde im Q4 nach durchschnittlich 59 Tagen verkauft – rund einen Tag schneller als im Vorjahr.
Preise zum Jahresende leicht unter Vorjahr, Elektro mit mehr Dynamik
Auch die Preise entwickelten sich zum Jahresende moderat. Zwar stiegen die Gebrauchtwagenpreise im vierten Quartal wieder leicht an auf durchschnittlich 27.626 Euro im Dezember, lagen jedoch 0,2 Prozent unter den Vorjahresquartalswerten. Größere Preisausschläge blieben auch im Gesamtjahr 2025 aus.
Deutlicher fällt die Entwicklung bei Elektro-Gebrauchtwagen aus. Die Preise gebrauchter E-Fahrzeuge sanken im vierten Quartal wieder spürbarer – sowohl im Gesamtmarkt als auch bei vielen der beliebtesten Modelle. Ein gebrauchtes E-Auto kostete im Dezember durchschnittlich 33.503 Euro, die Preise lagen im Q4 damit rund 5 Prozent unter Vorjahr.
Trotz dieser Rückgänge bleiben Elektrofahrzeuge im Schnitt teurer: Käufer zahlen rund 5900 Euro mehr als für einen durchschnittlichen Gebrauchtwagen über alle Antriebsarten hinweg – ein Aufschlag von 23 Prozent. Auf Modellebene zeigen sich deutlichere Preisbewegungen. Besonders stark gaben der Audi Q4 e-tron (-19 %), der Hyundai Ioniq 5 (-21 %) und das Tesla Model Y (-12 %) gegenüber dem Vorjahresquartal nach.
„Der Automobilmarkt ist mit hoher Dynamik und maßgebenden politischen Weichenstellungen rund um Verbrenner-Aus-Aufweichung und neue Elektroförderung ins Jahr 2026 gestartet“, sagt Stefan Schneck, Deutschland Vertriebschef bei AutoScout24. „Die kommenden Monate werden zeigen, welche Opfer die Neuwagenförderung in Kombination mit aggressiven Herstellerrabatten im Elektro-Gebrauchtwagenmarkt fordern wird. Nach zuletzt merklich ausgebremstem Wertverfall werden die Preise für gebrauchte Stromer wieder deutlich unter Druck geraten.“
Top 10 der beliebtesten gebrauchten E-Autos
(nach Kaufanfragen auf AutoScout24, Preisentwicklung gegenüber Q4/2024)
Audi Q4 e-tron (36.344 €, -19 %)
Tesla Model 3 (29.111 €, -9 %)
Renault ZOE (13.550 €, -7 %)
Volkswagen ID.3 (25.677 €, 1 %)
Volkswagen ID.4 (34.081 €, -6 %)
Tesla Model Y (37.099 €, -12 %)
Hyundai Kona (25.086 €, -9 %)
Audi e-tron (38.507 €, -11 %)
Hyundai Ioniq 5 (36.516 €, -21 %)
Porsche Taycan (97.097 €, -2 %)
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