Die Exporte chinesischer Fahrzeuge nach Europa sollen derzeit fast doppelt so hoch wie die Zahl der Neuzulassungen liegen. Laut einer Analyse der Investmentbank UBS werden die tatsächlichen Ausmaße der Lieferungen durch Engpässe in der Logistik verschleiert.
Diese Entwicklung dürfte im Laufe des Jahres zu einem Anstieg der Registrierungen führen, berichtet Automotive News. Damit steige der Druck auf die europäische Politik, die Preisdifferenz zwischen importierten chinesischen Elektroautos und in Europa hergestellten Modellen zu thematisieren.
UBS schätzt, dass das aktuelle Tempo einem jährlichen Marktanteil von etwa 20 Prozent für chinesische Marken entsprechen würde. Im Vergleich dazu lag der Anteil bis August bei fast 10 Prozent. „Wir sind der Meinung, dass es auf Seiten der EU nach wie vor an Dringlichkeit mangelt“, erklärte laut Automotive News UBS-Analyst Patrick Hummel kürzlich während einer Pressekonferenz. „Das Problem ist dringlicher, als vielen am politischen Entscheidungsprozess Beteiligten bewusst ist.“
Ein wesentliches Hindernis für die nach Europa drängenden chinesischen Autobauer ist Hummel zufolge die Sicherung ausreichender Lkw-Kapazitäten. Die Unternehmen der Volksrepublik hätten Schwierigkeiten, Fahrzeuge von den europäischen Häfen zu den Händlern zu transportieren. Das habe der UBS-Analyst von Insidern beim Stromer-Riesen BYD erfahren.
Auswertungen des Marktbeobachters Dataforce belegen laut Automotive News den Zuwachs: In den ersten acht Monaten verkauften China-Marken demzufolge 913.703 Fahrzeuge in Europa. Ihr Marktanteil stieg damit von 5,2 Prozent im Vorjahr auf 9,9 Prozent an, wobei die zum Geely-Konzern gehörende Marke Volvo nicht eingerechnet wurde.
An der Spitze der Verkäufe steht der einst britische, heute zu SAIC gehörende Hersteller MG Motor mit 179.909 Neuzulassungen, gefolgt von BYD mit 172.590 verkauften Fahrzeugen. Das Wachstum wird maßgeblich durch batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride getrieben.
Die EU erwägt derzeit, auf die Ende 2024 eingeführten zusätzlichen Zölle auf in China gebaute E-Autos zusätzliche Abgaben für Plug-in-Hybride folgen zu lassen. Brüssel wirft Peking vor, seinen Autoherstellern durch hohe Subventionen einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
Zum Artikel China-Autos vor Zulassungsschub: UBS warnt vor unterschätzter Dynamik auf
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