CEO Blume: „Porsche ist in einer massiven Krise“

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Porsche, einst der Gewinnbringer im Volkswagen-Konzern, steht vor großen Herausforderungen. CEO Oliver Blume, der zugleich Volkswagen leitet, sieht den Sportwagenhersteller aber trotz aktuell schlechter Zahlen gut aufgestellt.

Das Unternehmen steht vor großen Herausforderungen: Der langsamer als erwartete Umstieg auf Elektromobilität erfordert hohe Investitionen in Entwicklung und Produktion, während die Gewinne mit Verbrennern sinken. Zugleich wächst der Druck durch neue Wettbewerber wie Tesla oder vor allem auch chinesische Autobauer wie BYD. Probleme in Lieferketten, steigende Energie- und Regulierungskosten sowie der Spagat zwischen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Markenimage erschweren es, die Profitabilität und Exklusivität zu sichern.

Blume verwies in der Bild am Sonntag darauf, in diesem Jahr eine umfassende Neuausrichtung bei Strukturen, Kosten und Produktstrategie umgesetzt zu haben. Es gebe „massive Investitionen in komplett flexible Antriebe: Verbrenner, Hybrid und Elektro“. Damit sei eine „sehr robuste Aufstellung für die Zukunft“ geschaffen.

Der Manager räumte ein, dass sich Porsche in einer „massiven Krise“ befinde. Zugleich zeigte er sich optimistisch: „Ab nächstem Jahr gibt es einen deutlich positiven Trend.“ Blume, der seit September 2022 auch Volkswagen führt, steht noch bis Ende des Jahres an der Spitze des Sportwagenbauers. Danach führt er nur noch den Mutterkonzern aus Wolfsburg. Anfang 2026 übernimmt der frühere McLaren-Manager Michael Leiters den Porsche-Chefposten.

Porsche hat zum Ende des Monats einen Gewinneinbruch vermeldet und dies mit der Neuausrichtung begründet. Die Milliardenkosten für die beschlossene Verbrenner-Verlängerung haben den Gewinn des Unternehmens in den ersten drei Quartalen fast vollständig aufgezehrt. Von Juli bis September meldete der mehrheitlich zum Volkswagen-Konzern gehörende Sportwagenbauer einen Betriebsverlust von 966 Millionen Euro. Hauptbelastungsfaktor ist der Strategieschwenk des Managements.

Mit Blick auf die aktuellen Chip-Lieferprobleme mit Auswirkungen auch für den Volkswagen-Konzern sagte Blume: „Die aktuelle Chip-Krise zeigt, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Anders als in der letzten Halbleiterkrise geht es um sehr einfache Chips, die branchenübergreifend und vor allem in Autos eingesetzt werden. Wir sind im Volkswagen-Konzern kurzfristig versorgt. Wir brauchen eine zügige politische Lösung.“

Verzögerter Hochlauf der Elektromobilität

Im Rahmen der Neuausrichtung der Produktstrategie plant Porsche, seine Produktpalette um weitere Fahrzeuge mit Verbrennungs- und Plug-in-Hybrid-Antrieben zu ergänzen. Im Gegenzug soll aufgrund des verzögerten Hochlaufs der Elektromobilität die Markteinführung bestimmter reiner Stromer zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Insbesondere soll die Entwicklung einer geplanten neuen Plattform für E-Autos für die 2030er-Jahre neu terminiert werden. Die Plattform soll in Abstimmung mit anderen Marken des Volkswagen-Konzerns technologisch neu aufgesetzt werden. „Gleichwohl wird die bestehende vollelektrische Modellpalette kontinuierlich weiterentwickelt“, unterstreicht Porsche in einer Mitteilung zu den aktuellen Geschäftszahlen.

„Wir richten Porsche auf eine starke, langfristige Profitabilität aus“, sagt Finanzchef Jochen Breckner. „Wir erwarten, dass wir den Tiefpunkt in diesem Jahr durchschreiten und Porsche sich ab 2026 spürbar verbessert. Unser Ziel ist es, unsere Marke zu schärfen und unsere Produkte noch individueller, exklusiver und begehrenswerter zu machen. Dabei bauen wir auf ein starkes Fundament: eine loyale Kundenbasis, ein erneuertes und überzeugendes Produktportfolio sowie eine der ikonischsten Marken der Welt.“

In den ersten neun Monaten lieferte Porsche weltweit 212.509 Fahrzeuge an seine Kunden aus. Dabei stieg der Anteil an elektrifizierten Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich auf 35,2 Prozent. 23,1 Prozent aller ausgelieferten Fahrzeuge waren vollelektrisch, 12,1 Prozent Plug-in-Hybride. In Europa betrug der Elektrifizierungsanteil 56 Prozent.

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