Bentley hat seine Elektrifizierungsstrategie aufgrund von Unsicherheiten am Markt angepasst. Das ursprüngliche Ziel, die britische Luxusmarke bis zum Jahr 2030 vollständig auf Elektroantriebe umzustellen, wurde verworfen.
2020 hatte die Volkswagen-Tochter noch angekündigt, alle Verbrennermodelle bis zum Ende des Jahrzehnts auslaufen zu lassen. Angesichts einer nachlassenden Nachfrage nach Edel-Elektroautos und gelockerter Vorschriften für den Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren wurden die Pläne jedoch revidiert. So verzögerte sich die Markteinführung des kürzlich vorgestellten rein elektrischen Modells Torcal um ein Jahr, während gleichzeitig die Entwicklung einer neuen Reihe von Plug-in-Hybriden begann.
Zukünftig wird kein weiteres Modell auf der von Porsche abgeleiteten Architektur PPE (Premium Platform Electric) des Torcal erwartet. Das nächste Elektroauto soll erst nach 2030 erscheinen und voraussichtlich eine Variante der kommenden SSP-Architektur (Scalable System Platform) der Volkswagen-Gruppe nutzen.
Bentley-CEO Frank-Steffan Walliser erklärte bei einer Vorabpräsentation des Torcal gegenüber Autocar, dass die bisherige Strategie nicht mehr mit der Entwicklung des Automobilmarktes in den 2020er-Jahren vereinbar sei. Er betonte die Notwendigkeit von mehr Flexibilität in den Strategien, da sich Planungen und regulatorische Vorgaben ständig ändern würden.
„Wir müssen etwas mehr reagieren, anstatt nur zu sagen: ‚Das ist der Plan‘“, so Walliser. Um auf Marktanforderungen und Vorschriften reagieren zu können, strebt das Unternehmen an, Elektroautos und Plug-in-Hybride künftig auf derselben Produktionslinie zu fertigen. Zudem sollen Entwicklungs- und Zykluszeiten verkürzt werden.
Eine Hybridversion des Torcal wird laut dem CEO nicht eingeführt, da die Plattform spezifisch für Elektroautos konzipiert sei. Zudem würde ein solches Modell mit dem etwas größeren Verbrenner-SUV Bentayga überlappen, was der Produktidentität widersprechen würde.
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