Skoda hat weiter nicht vor, ein modernes Elektroauto unterhalb des demnächst startenden kleinen SUV Epiq auf den Mark zu bringen. Die EU will mit Strom betriebene kleine Autos fördern. Bei Skoda steht trotzdem kein Nachfolger des bis 2020 verkauften elektrischen Citigo auf Basis des Verbrenner-Kleinstwagens up! der Konzernmutter Volkswagen an.
Der Epiq ist eines von vier kommenden kleinen Autos des Volkswagen-Konzerns auf einer angepassten Version des Elektroauto-Baukastens MEB. Er soll nicht mehr als um die 25.000 Euro, was ihn zu einem der erschwinglichsten modernen Vollstromer in Europa machen soll. Damit sieht sich Skoda trotz auf den Markt drängender günstiger Konkurrenz aus Asien gut aufgestellt.
Auf die Frage, ob die Marke die Absicht habe, ein noch günstigeres und kleineres Elektroauto zu entwickeln – insbesondere nach dem Vorschlag der EU für eine neue Fahrzeugklasse dieser Art –, antwortete Martin Jahn, Vorstandsmitglied für Vertrieb und Marketing bei Skoda, gegenüber Auto Express: „Wir sehen keine Möglichkeit, ein solches Auto rentabel zu produzieren, daher haben wir derzeit keine Pläne für ein Elektroauto, das kleiner ist als der Epiq.“
Die Marke Volkswagen dagegen wird ein E-Auto unterhalb der angekündigten Epiq-Schwestermodelle ID. Polo und ID. Cross auf den Markt bringen. Damit positioniert sich die Kernmarke des Konzerns bei Elektroautos als günstigster Anbieter der Gruppe, obwohl traditionell Skoda das Preis-Leistungs-Verhältnis noch stärker im Fokus hatte. Das Serienmodell auf dem Konzept ID. Every1 soll 20.000 Euro kosten.
„Die Herausforderung liegt in der Rentabilität“
„Die Herausforderung liegt in der Rentabilität, da es selbst mit den aktuellen Elektroautos schwierig ist, Gewinne zu erzielen“, sagte Vertriebs- und Marketingchef Jahn. „Ich denke, es ist allgemein bekannt, dass Elektroautos im Allgemeinen eine viel geringere Rentabilität haben als Autos mit Verbrennungsmotor, und das gilt für 99 Prozent der Autohersteller.“
Jahn stimmt mit den Aussagen überein, die Kai Grünitz, Vorstand für Technische Entwicklung der Marke Volkswagen, gegenüber Auto Express gemacht hat, dass es keine Skoda- und Cupra-Versionen des neuen VW-Stadtautos geben werde. Der Markt für Stadtautos sei nicht groß genug für drei Marken. „Vielleicht ist es so, dass nicht jede Marke in jedem Segment vertreten sein wird. Es gibt eine Marke, die das schafft, und das ist Volkswagen. Wir werden das gleiche Volumen erreichen wie mit dem up!, dem Mii und dem Citigo.“ Der nachträgliche elektrifizierte up! namens e-up! diente als Basis für die nur optisch leicht angepassten Varianten Seat Mii und Skoda e-Citigo.
Das Einstiegsmodell von Skoda bleibt somit nach aktuellem Stand der 4, 1 Meter lange Kleinwagen Fabia mit Verbrennungsmotor. „Wir glauben, dass unsere A0-Verbrennungsmotorenreihe (Fabia, Kamiq und Scala, d. Red.) nach wie vor gut genug und erfolgreich ist, um die Kundenbedürfnisse zu erfüllen. In absehbarer Zukunft werden wir einfach mit dem Epiq und den A0-Verbrennungsmotoren weitermachen.“
Die kleinen Modelle von Skoda werden nach Informationen von Auto Express zukünftig mit Hybridtechnologie angeboten. Die Verbrenner-Baureihen sollen mit Elektrifizierung noch bis über das Jahr 2030 hinaus verkauft werden. Langfristig ist ein rein elektrisches Pendant zum Fabia und damit ein Schwestermodell zum kommenden VW ID. Polo aber nicht ausgeschlossen. „Später, wenn die Batteriepreise fallen, werden wir diese Möglichkeit in Betracht ziehen. Aber derzeit noch nicht“, so Jahn.
Automobile Magazine-Germany


























