Hohe Abschreibungen auf das Geschäft mit Elektroautos und gestiegene Kosten haben Ford zum Jahresende einen hohen Verlust beschert. Unter dem Strich verbuchte der US-amerikanische Traditionskonzern im vierten Quartal ein Minus von 11,1 Milliarden Dollar. Grund sind laut Ford vor allem die bereits angekündigten Wertberichtigungen auf E-Auto-Programme.
Das Vorjahresquartal hatte der Konzern noch mit einem Gewinn von 1,8 Milliarden Dollar abgeschlossen. Der Umsatz sank unterdessen im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 45,9 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn brach um rund die Hälfte auf eine Milliarde Dollar ein. Ford verwies auf höher als erwartete Kosten durch einen Brand bei einem Aluminium-Zulieferer sowie Belastungen durch die Zölle von US-Präsident Trump. Diese dürften im laufenden Jahr mit rund zwei Milliarden Dollar zu Buche schlagen.
Das Minus kommt nicht überraschend: Der US-Autoriese hatte bereits eine Abschreibung von 19,5 Milliarden Dollar bei batteriebetriebenen Fahrzeugen angekündigt. Für dieses Jahr stellte das Management von Ford insgesamt einen operativen Gewinn (Ebit) von acht bis zehn Milliarden Dollar in Aussicht.
Konzernchef Jim Farley verfolgt angesichts der Herausforderungen einen Sparkurs sowie die Entwicklung wettbewerbsfähigerer Modelle. Die Elektroauto-Sparte verzeichnete 2025 einen Verlust von 4,8 Milliarden Dollar. Für das laufende Jahr rechnet Ford in diesem Bereich mit einem weiteren Minus von vier bis 4,5 Milliarden Dollar.
Bei der Elektromobilität hat Ford in den USA mit einer gedämpften Nachfrage zu kämpfen, nachdem eine staatliche Steuergutschrift von 7500 Dollar für den Kauf neuer Stromer gestrichen wurde. Das Management setzt nun große Hoffnungen auf eine neue, kostengünstige Plattform inklusive neuem Fertigungssystem für Elektrofahrzeuge. Diese sollen später auch nach Europa kommen, wo die Marke mit ihren bisherigen Modellen nicht den erhofften Erfolg hat.
Um die Kosten weiter zu senken, kooperiert Ford stärker mit der Konkurrenz. In Europa arbeitet der Konzern künftig bei E-Autos mit dem französischen Autokonzern Renault zusammen. Eine Kooperation mit Volkswagen läuft weiter. Zudem könnte Ford in Zukunft mit dem chinesischen Hersteller Geely eine Partnerschaft bei Produktion und Technologie eingehen.
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