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ZF-Chef Miedreich: Deutsche Autoindustrie technologisch „sehr gut gewappnet“

DE

Der neue ZF-Chef Mathias Miedreich will den Zulieferer- und Technikkonzern zügig unabhängiger vom schwächelnden Autogeschäft machen und damit stabilisieren. Bereits knapp 40 Prozent des Umsatzes stammen aus den Bereichen Lkw, Industrie und Aftermarket. Langfristig kann sich Miedreich eine gleichmäßige Umsatzverteilung zwischen dem Pkw-Geschäft und den übrigen Bereichen vorstellen.

ZF soll sich weiterhin auf Technologien zum Beschleunigen, Lenken, Bremsen und Dämpfen konzentrieren. Als zwei Kernbereiche bezeichnet Miedreich im Gespräch mit Auto Motor und Sport den Antrieb und das Fahrwerk. Zur Antriebstechnik zählt er Getriebe, Hybridgetriebe und Elektromobilität.

Kritik übt Miedreich an der europäischen Gesetzgebung, die aus seiner Sicht keine ausreichende Flexibilität bei den Antriebstechnologien ermöglicht. Die deutsche Automobilindustrie hält er technologisch für „sehr gut gewappnet“, sieht aber durch die regulatorischen Vorgaben die Wahlmöglichkeiten der Kunden gefährdet. Besonders betroffen seien Käufer, die sich wegen Unsicherheiten beim Laden zunächst für ein Hybridfahrzeug entscheiden möchten.

Bei der Entwicklung der Elektromobilität warnt Miedreich vor voreiligen Prognosen. Zwar steigen die Verkaufszahlen reiner Elektroautos derzeit wieder, doch daraus lasse sich noch keine grundlegende Trendwende ableiten. Statt der ursprünglich erwarteten schnellen Umstellung auf Elektroantriebe beobachtet er inzwischen einen pragmatischeren Ansatz mit größerer technologischer Vielfalt.

ZF setzt weiterhin auf elektrische Antriebstechnologien, berücksichtigt dabei aber ausdrücklich auch Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeuge. Für China erwartet Miedreich ein weiterhin starkes Wachstum der Elektromobilität, ebenso für Europa, wo sich die Verbraucher zunehmend an die Technologie gewöhnen. Deutlich skeptischer beurteilt er dagegen die Entwicklung in den USA.

In Nordamerika seien einige ZF-Kunden wieder zu reinen Verbrennerplattformen mit V8-Motoren und mehr als fünf Litern Hubraum zurückgekehrt. Bei einer Elektrifizierung erwartet Miedreich dort eher Vollhybride als Plug-in-Hybride, da US-Kunden nach Angaben der Hersteller Vorbehalte gegenüber dem Laden an einer Steckdose haben. Günstige Verbrennerfahrzeuge sieht er vor allem auf den Märkten in Südamerika, Afrika und Indonesien.

Automobile Magazine-Germany

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