Renault-Chefdesigner Laurens van den Acker erläuterte im Gespräch mit dem Portal Edison die Strategie hinter der aktuellen Retro-Welle bei Elektroautos. Der Fokus der Franzosen liegt demnach auf der Nutzung historischer Ikonen als Differenzierungsmerkmal, da sich Marken durch die einheitliche Technologie auf Elektroplattformen zunehmend ähnelten.
Die Rückbesinnung auf Modelle wie den Renault 5 oder Twingo diene dazu, eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft zu schlagen. Während ältere Generationen sich an die Originale erinnern würden, finde das Design bei jüngeren Kunden einfach Anklang. Die Fahrzeuge seien dabei nicht rein nostalgisch, sondern durch moderne Proportionen und Oberflächen als zeitgemäß konzipiert.
Ein wesentlicher Aspekt der Elektroarchitektur sei die Möglichkeit, kompakte Proportionen zu realisieren. Durch den Verzicht auf große Überhänge, wie sie bei Verbrennungsmotoren nötig wären, könne der Renault 5 optisch nah an die Vorbilder aus den 1970er- und 1980er-Jahren heranreichen.
„Wichtig ist mir aber: Ein Twingo oder R5 sieht keineswegs rein nostalgisch aus“, so van den Acker. „Mit modernen Proportionen, 18-Zoll-Rädern und perfekten Oberflächen ist das ein absolut modernes Auto. Es ist keine reine Nostalgie, sondern eine Brücke. Die Technologie darunter ist schließlich hochmodern.“
Neben Kleinwagen besetzt Renault mit dem Konzeptwagen E-Space auch das Segment der Vans. Das Modell soll Markenwerte wie Design und Raumausnutzung verkörpern. Laut van den Acker mache ein solches Raumkonzept durch die Vorteile des Elektroantriebs, wie Geräuscharmut und Komfort, wieder Sinn.
Im Hinblick auf den Wettbewerb aus China erkennt der Designer die Stärken chinesischer Hersteller bei Preis, Technologie und Entwicklungsgeschwindigkeit an. Er meint, dass europäische Hersteller ihre technologische Kompetenz sichtbarer machen müssten und über etablierte Händler- und Service-Strukturen verfügten. Die Herausforderung für die kommenden Jahre liege darin, die Marken der Gruppe (Renault, Dacia, Alpine) trennscharf zu halten. Design sei ein entscheidendes Instrument, um emotionale Begeisterung zu erzeugen und sich im schwierigen Marktumfeld abzuheben.
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