Im Rahmen des Projekts Retail4Multi-Use schlägt Gombo Boß vom Reiner Lemoine Institut vor, bestehende Ladeinfrastruktur an Supermarktparkplätzen außerhalb der Öffnungszeiten für gewerbliche Flotten zu nutzen. Ziel ist es, diese Ladesäulen effizienter auszunutzen und gleichzeitig Unternehmen, die auf Elektromobilität umsteigen, eine kostengünstige Ladeoption zu bieten.
Boß beschreibt das Konzept im Gespräch mit dem Portal Electrive als ein „Synergie-Modell“, das zu einer „Win-Win-Situation für alle Beteiligten“ führen kann. Diese Idee basiert auf der geteilten Nutzung von Ladeinfrastruktur, wobei die Parkplätze tagsüber für Kunden und nachts für gewerbliche Flotten zur Verfügung stehen.
Die Vorteile dieses Modells: Supermarktparkplätze bleiben nachts ungenutzt, während viele Flottenbetreiber genau zu dieser Zeit Ladebedarf haben. Eine Umfrage unter 47 Flottenbetreibern ergab, dass über 60 Prozent grundsätzlich bereit wären, die Ladeinfrastruktur von Einzelhandelsunternehmen zu nutzen.
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In Berlin zeigen Simulationen, dass durch diese Mehrfachnutzung zwischen 300 und 400 Ladepunkte im öffentlichen Raum eingespart werden könnten. In einem flexiblen Szenario mit verschiebbaren Ladezeiten wäre sogar eine Reduktion des Bedarfs um bis zu 17 Prozent möglich. Gleichzeitig könnte die am Einzelhandel abgegebene Energiemenge um mehr als 250 Prozent steigen.
Vor der Realisierung der potenziellen Vorteile gilt es praktische Herausforderungen zu bewältigen. Ein Problem stellt die Organisation der Ladezeiten dar. „Die größte Herausforderung ist die Verschiebung der Ladezeiten in der realen Welt“, erklärt Boß. Insbesondere stellt sich die Frage, wie man sicherstellt, dass die elektrischen Flottenfahrzeuge tatsächlich nachts auf den Supermarktparkplätzen laden. Eine Lösung könnte ein Concierge-Service sein, der die Ladevorgänge organisiert.
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