Stellantis-Chairman John Elkann warnt, dass die europäische Autoindustrie einem „irreversiblen Niedergang“ entgegentreibe, sollte die EU ihre Vorgaben zur CO₂-Reduktion nicht lockern und den Herstellern mehr Spielraum einräumen. Hintergrund ist die im Dezember geplante Vorlage neuer Vorschläge der EU-Kommission zur Überarbeitung der Emissionsregeln.
Elkann zufolge hat die Branche ein Maßnahmenpaket erarbeitet, das den Herstellern größere Flexibilität bei der Einhaltung von Emissionszielen verschaffen soll. Dies könnte helfen, einen Niedergang abzuwenden. Er betonte laut Automotive News: „Es gibt einen anderen Weg, Emissionen in Europa auf konstruktive und abgestimmte Weise zu reduzieren, das verlorene Wachstum wiederherzustellen und den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden.“
Kern des Branchenvorschlags ist, den Verkauf von Plug-in-Hybriden, Elektroautos mit kompaktem Verbrennungsmotor als Stromgenerator (Range Extender) und alternativen Kraftstoffen auch über das Jahr 2035 hinaus zu erlauben. Zu diesem Zeitpunkt wird nach aktuellem Stand die Neuzulassung von fossil betriebenen Verbrenner-Pkw in der EU nicht mehr erlaubt sein. Das bedeutet in der Praxis den Umstieg auf E-Autos und Wasserstofffahrzeuge.
Die Autobranche setzt sich auch dafür ein, die CO₂-Zwischenziele für 2030 über mehrere Jahre zu mitteln, ein umfangreiches Verschrottungsprogramm aufzulegen und regulatorische Anreize für die Produktion kleiner Fahrzeuge zu schaffen.
Der neue Stellantis-CEO Antonio Filosa erklärte dem Bericht zufolge, die Gespräche mit den europäischen Behörden seien ausführlich gewesen – nun benötige die Industrie jedoch „dringende und endgültige Maßnahmen“. Filosa sagte zudem: „Wenn wir die Kunden mit ausgezeichneten Produkten wie dem 500 Hybrid zurückgewinnen dürfen, werden wir sicherlich in der Lage sein, das Wachstum wiederherzustellen, das für zukünftige Investitionen und Innovationen … und für die Beschäftigung in Europa entscheidend ist.“
Das Stellantis-Management verzichtete darauf, mögliche Folgen strenger EU-Regeln zu benennen. Frühere Warnungen aus dem 14 Marken – darunter Opel – vereinenden Konzern existieren allerdings: Der frühere Europa-Chef Jean-Philippe Imparato hatte darauf hingewiesen, dass Stellantis wegen drohender EU-Strafzahlungen bei CO₂-Verfehlungen Werke schließen müsse.
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