Die Zahl der Wasserstoff-Tankstellen sinkt in Deutschland weiter. Laut Daten von H2 Mobility sind hierzulande aktuell 50 öffentlich zugängliche Anlagen am Netz – vor zwei Jahren waren es noch über 80. Der Grund des Abbaus ist auch eine Strategieänderung bei den Gasanbietern.
Als wichtigste künftige Kundschaft nennt die Branche Lkw und andere Nutzfahrzeuge. Diese benötigen an den Tankstellen mehr Fläche zum Parken und Rangieren als Pkw, zudem tanken sie Gas mit einem Druck von 350 bar. Viele frühe Wasserstoff-Tankstellen sind auf Pkw ausgelegt, mit eher wenig Raum und lediglich Gas mit 700 bar.
Während gerade die kleineren Pkw-Anlagen zuletzt vielfach geschlossen wurden, sollen neue Wasserstoff-Tankstellen direkt für Lkw ausgelegt werden. Aktuell geben H2 Mobility zufolge zwei Tankstellen in Deutschland Gas ausschließlich mit 350 bar ab, 35 bieten beide Varianten, 13 haben nur 700-bar-Wasserstoff im Angebot.
Die Preise sind seit einigen Jahren dynamisch und nicht mehr festgelegt. Derzeit werden laut dem Handelsblatt je nach Region und Druck bis zu rund 19 Euro pro Kilogramm aufgerufen. Diese Menge benötigten Brennstoffzellen-Pkw im Schnitt auf 100 Kilometern.
Es gibt bislang kaum mit Wasserstoff betriebene Pkw in Deutschland und Europa. Mit dem Toyota Mirai und dem neu aufgelegten Hyundai Nexo sind nur zwei Neuwagenmodelle verfügbar. Ab dem Jahr 2028 will auch BMW ein entsprechendes Serienfahrzeug im Angebot haben. Solche Modelle werden bisher kaum nachgefragt – wegen der fehlenden Infrastruktur, vor allem aber auch wegen hoher Anschaffungskosten.
Wasserstoff-Lkw sind schon etwas verbreiteter als damit fahrende Pkw. Moderne rein elektrische Nutzfahrzeuge mit größerer Reichweite und schneller Lademöglichkeit gelten jedoch zunehmend als die leistungsfähigere und günstigere Lösung.
In ganz Europa sind laut einer Karte von H2 Mobility derzeit 152 Wasserstoff-Stationen eröffnet. 51 Anlagen sind in Realisierung.
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