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Neuer CEO: „Ich will BMW vor allem agiler machen“

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Der neue BMW-Chef Milan Nedeljković will den Konzern mit veränderten Prozessen, schlankeren Managementstrukturen und mehr Geschwindigkeit neu ausrichten. Neue Technologien wie künstliche Intelligenz sollen dabei helfen, Arbeitsweisen schneller und effektiver zu gestalten. Zugleich soll mehr Verantwortung beim Einzelnen liegen. „Ich will BMW vor allem agiler machen“, sagt Nedeljković im Gespräch mit dem Manager Magazin.

Als Grund für den Handlungsbedarf nennt der BMW-Boss ein radikal verändertes Umfeld und neue Wettbewerber. Die Zusammenarbeit bei dem Konzern soll stärker auf Geschwindigkeit und Wertschöpfung ausgerichtet werden. Mit dem Umbau ist auch ein Stellenabbau von bis zu 8000 Arbeitsplätzen verbunden, der vor allem auf Verwaltung, Entwicklung und Planung in München zielt. Mitarbeiter in den Werken sollen nicht betroffen sein, betriebsbedingte Kündigungen sind nach Angaben Nedeljkovićs durch eine Betriebsvereinbarung ausgeschlossen.

Eine zentrale Rolle spielen die vorrangig für Elektroautos entwickelten Technologien der „Neuen Klasse“, von der bis Ende 2027 insgesamt 40 Modelle auf den Markt kommen sollen. In der Entwicklung will Nedeljković das Tempo erhöhen und dabei künstliche Intelligenz einsetzen. Eine beschleunigte Entwicklung auf Kosten von Qualität, Sicherheit und Innovation lehnt er jedoch ab. Ein Auto innerhalb von 18 Monaten zu konzipieren, hält er nicht für den richtigen Weg.

In China steht BMW nach Darstellung des CEO unter hohem Wettbewerbs- und Preisdruck. Die Gewinnmargen stehen dort unter Druck, zugleich geht das Unternehmen davon aus, mit der Neuen Klasse Geld zu verdienen. Einige chinesische Autos würden in Europa zu Preisen angeboten, die betriebswirtschaftlich nicht nachvollziehbar seien. Nedeljković spricht sich gegen weitere Zölle und für freiwillige Vereinbarungen auf Basis fairer Rahmenbedingungen aus.

Bei der Tochter Mini spürt BMW ebenfalls die Preisentwicklung auf dem chinesischen Markt. Nedeljković verweist zugleich auf eine starke Fanbasis der Marke in China und erklärt, Mini dort neuen Schwung geben zu wollen. Zu möglichen Veränderungen bei der nächsten Modellgeneration äußert er sich nicht.

Über BMW hinaus fordert Nedeljković bessere Bedingungen für Forschung, Entwicklung und Industrialisierung in Deutschland und Europa. Dazu zählt er gezielte Förderung, attraktive Arbeitskosten, flexible Arbeitszeitregelungen und geringere Energiepreise. Die 35-Stunden-Woche bezeichnet er bei innovativen neuen Industrien im globalen Wettbewerb um Schnelligkeit als Hindernis. „Wir brauchen Speed“, sagt Nedeljković mit Blick auf Zukunftstechnologien wie Chips und Systeme für autonomes Fahren.

Automobile Magazine-Germany

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