General Motors (GM) hat 2025 stärker unter regulatorischen Veränderungen gelitten als unter Zöllen. Das sagte CEO Mary Barra laut der Detroit Free Press vor Journalisten und verwies auf mehrere Einschnitte, darunter die sich wandelnde Zollsituation und den Wegfall staatlicher Anreize in den USA, die zuvor den Absatz von Elektroautos gestützt hatten. Die Aussagen folgten kurz auf eine Pflichtmitteilung, in der der Konzern weitere milliardenschwere Belastungen verkündete.
GM rechnet für 2025 mit einer zusätzlichen Abschreibung von 6 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der Neuausrichtung seiner E-Auto-Produktion. Bereits früher im Januar hatte der US-Traditionskonzern erklärt, im vierten Quartal 2025 Sonderbelastungen von insgesamt 7,1 Milliarden Dollar zu verbuchen. Die Veröffentlichung der letzten Quartalszahlen ist für den Ende Januar geplant. In den Betrag fließen auch Kosten aus der Umstrukturierung des China-Geschäfts ein.
Zusammen mit einer separaten Pflichtmitteilung aus dem Oktober 2025, die erstmals indirekt Verluste aus gekündigten Lieferantenverträgen und ungenutzter, für die E-Fahrzeug-Produktion vorgesehener Ausrüstung erwähnte, summieren sich die Belastungen aus dem Kurswechsel bei Stromern auf 7,6 Milliarden Dollar.
Trotzdem verteidigte Barra den bisherigen Stromer-Kurs, rückblickend hätte GM die Entscheidungen nicht anders getroffen. „Wenn ich zurückblicke, hätten wir mit dem damaligen Wissen dieselbe Entscheidung getroffen“, sagte die Managerin. Käufer von Elektroautos würden zu 80 Prozent eher wieder ein Elektroauto erwerben.
„Unser Ziel ist es, die vollelektrische Zukunft zu erreichen“
Ungeachtet einer schwächer als erwarteten Nachfrage bleiben Elektrofahrzeuge für GM strategisch zentral. „Unser Ziel ist es, die vollelektrische Zukunft zu erreichen, von der wir gesprochen haben“, so Barra. Der Weg dorthin werde jedoch pragmatischer gestaltet und dauere ohne staatliche Anreize länger. Auch weil der Ausbau der Ladeinfrastruktur noch nicht ausreichend sei.
Die politischen Rahmenbedingungen haben sich verschärft. Die Trump-Regierung hat 2025 damit begonnen, Investitionen zurückzufahren, die die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ankurbeln und den Ausbau von Ladeinfrastruktur in den USA fördern sollten. Der Wegfall der US-Steuergutschrift für E-Autos Ende September wirkte sich negativ auf den Absatz aus.
Im vierten Quartal brachen die E-Auto-Verkäufe von GM im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 25.219 Fahrzeuge ein, nachdem sie zuvor 2025 Rekordwerte erreicht hatten. Auf Jahressicht legte der Absatz dennoch um 48 Prozent auf 169.887 Fahrzeuge zu. Damit schloss der Konzern das Jahr 2025 als zweitgrößter Elektroauto-Anbieter in den USA ab, hinter Tesla. Mit der Edelmarke Cadillac und E-Autos versucht GM derzeit, wieder in Europa Fuß zu fassen.
Mit Blick nach vorn setzt GM auf technologische Fortschritte. Barra kündigte an, dass das Unternehmen seine Fahrzeuge künftig stärker über Software weiterentwickeln wolle. Dazu gehöre ein Fahrplan für assistiertes Fahren ohne Blickkontakt des Menschen hinter dem Steuer zum Verkehr bis 2028. „Wir müssen uns fragen: ‚Wie wird das regulatorische Umfeld nach 2028 aussehen?‘ Wir werden Hybridfahrzeuge dort einsetzen, wo wir sie für notwendig halten“, sagte Barra weiter. „Wir werden zum richtigen Zeitpunkt bekannt geben, welche Fahrzeuge wir überarbeiten werden. Ich denke, wir stehen erst am Anfang.“
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