Der DAT Report 2026 betrachtet das Autojahr 2025 aus Sicht der Endverbraucher und beschreibt ein Umfeld, das von wirtschaftlicher Unsicherheit, hohen Kosten und einem weiterhin ausgeprägten Bedarf an individueller Mobilität geprägt war. Für viele Pkw-Halter rückten laut den Marktbeobachtern finanzielle Fragen stärker in den Vordergrund, während gleichzeitig das Auto für den Alltag als unverzichtbar wahrgenommen wurde.
Die jährliche Fahrleistung privater Pkw ist 2025 zum zweiten Mal in Folge gestiegen und lag bei durchschnittlich 13.140 Kilometern. Besonders deutlich nahm die Nutzung für den Arbeitsweg zu. Trotz kritischer Haltung gegenüber dem Auto und steigender technischer Anforderungen blieb der Bedarf an individueller Mobilität hoch, da Alternativen diesen Bedarf aus Sicht vieler Halter nicht ausreichend abdecken konnten.
Mehr als 80 Prozent der Pkw-Halter stuften das eigene Auto als unverzichtbar ein, selbst in Regionen mit gut ausgebautem öffentlichem Nahverkehr. Zugleich zeigte sich ein ambivalentes Verhältnis: Viele gaben an, ihr Auto häufiger stehenzulassen oder Alternativen zu nutzen, äußerten aber auch Sorgen, sich ihr Fahrzeug künftig finanziell nicht mehr leisten zu können.
Autokäufe wurden 2025 vielfach als zwingend notwendig empfunden. 80 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer und fast 70 Prozent der Neuwagenkäufer erklärten, der Kauf sei unvermeidbar gewesen. In den Jahren zuvor aufgeschobene Entscheidungen, ein alternder Fahrzeugbestand und hohe Reparaturkosten führten dazu, dass viele Käufe nicht länger hinausgezögert werden konnten.
Weiter Zurückhaltung bei Elektromobilität
Bei der Elektromobilität blieb die Zurückhaltung groß. Zwar hatten 30 Prozent der Pkw-Halter bereits Erfahrung mit einem batterieelektrischen Fahrzeug, und diese Erfahrungen beeinflussten die Einstellung häufig positiv. Gleichzeitig fehlten aus Sicht der Endverbraucher politische Impulse, und wirtschaftliche Unsicherheit dämpfte die Nachfrage. Ein zentrales Hemmnis blieb die Möglichkeit des privaten Ladens zu Hause, die für viele Voraussetzung für einen E-Autokauf ist.
Besitzer von batterieelektrischen Fahrzeugen zeigten sich überwiegend technikbegeistert und schätzten insbesondere die ruhige Fahrt. Kritisch bewertet wurden jedoch die Intransparenz der Ladepreise und Unsicherheiten beim Wiederverkaufswert. Diese Bedenken teilten auch viele Pkw-Halter ohne eigene E-Auto-Erfahrung.
72 Prozent aller Pkw-Halter äußerten Bedenken rund um den Wiederverkaufswert von Elektroautos. Auch wer bereits ein E-Auto gefahren ist oder ein elektrifiziertes Auto besitzt, ist in ähnlich hohem Maße skeptisch. Das Interesse an gebrauchten Elektroautos ist noch niedrig. Nur 13 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer konnten sich einen solchen Kauf vorstellen, bei Personen mit eigener E-Auto-Erfahrung lag der Anteil höher (37 %). Das Leasing gebrauchter E-Fahrzeuge stieß hingegen auf breite Ablehnung, selbst bei erfahrenen Nutzern.
Chinesische Automarken wurden im Straßenverkehr zunehmend wahrgenommen, blieben aber für viele Endverbraucher abstrakt. Ein Teil der Befragten äußerte Skepsis hinsichtlich Qualität, Zuverlässigkeit und Datenschutz. Gleichzeitig bevorzugte die Mehrheit weiterhin etablierte Hersteller, auch wenn knapp ein Drittel der Pkw-Halter einen Kauf einer chinesischen Marke grundsätzlich nicht ausschloss.
Gebraucht- & Neuwagenpreise auf hohem Niveau
Der Gebrauchtwagenmarkt blieb der deutlich größere Markt. Die Durchschnittspreise lagen 2025 bei 18.310 Euro und damit etwas unter dem Vorjahr, aber weiterhin auf hohem Niveau. Drei Viertel aller Gebrauchtwagen wurden über den Handel verkauft, wobei der freie Handel erstmals einen höheren Marktanteil erreichte als der Markenhandel.
Neuwagen wurden von einer vergleichsweise kleinen Gruppe privater Käufer erworben. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 44.560 Euro und damit nur leicht über dem Vorjahr. Der komplette Online-Kauf spielte weiterhin eine geringe Rolle, da viele Käufer Wert auf den persönlichen Kontakt zum Verkäufer legten.
Ein weiterer Schwerpunkt des Reports (PDF) sind die Werkstattkosten. Wartungs- und Reparaturkosten stiegen 2025 deutlich an, während die Anzahl der durchgeführten Arbeiten pro Fahrzeug sank. Viele Pkw-Halter reagierten darauf mit verändertem Verhalten, etwa indem sie nur noch notwendige Reparaturen durchführen ließen oder gezielt nach günstigeren Angeboten suchten. Trotz hoher Treue sah etwa die Hälfte der Befragten Optimierungspotenzial bei ihrer Werkstatt, insbesondere bei Terminen und Kommunikation.
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