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Tesla-Manager: Warum der Konzern Akkus in Grünheide fertigen will

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Tesla will ab 2027 in seiner Europafabrik in der Brandenburger Gemeinde Grünheide eigene 4680-Batteriezellen produzieren und die Kapazität auf bis zu 18 GWh pro Jahr ausbauen. Darüber sprach Robert Meyer, Cell Factory Lead bei Tesla Manufacturing Brandenburg, ausführlich mit dem Portal Battery-News.de.

Die Zellfertigung ist demnach Teil des Prinzips, Lieferketten möglichst lokal aufzubauen und Fertigungsschritte eng miteinander zu verzahnen. In Grünheide sollen damit Akkus und fertige Fahrzeuge an einem Standort produziert werden können. Der künftig auch in Deutschland entstehende Typ 4680 ist Teslas neuestes eigenes Akkuformat.

Im direkten Kostenvergleich lässt sich Zellfertigung in Europa nach Angaben von Tesla derzeit nur schwer darstellen. Dennoch hält der US-Elektroautobauer an dem Vorhaben fest und begründet dies mit Resilienz, geringeren Abhängigkeiten sowie dem Ausbau von Fertigungstiefe und Know-how. „Rein kostentechnisch lohnt sich der Schritt wenig. Für uns ist das jedoch eine strategische Entscheidung“, erklärte Meyer gegenüber Battery-News.de.

Fokus auf schnellen Produktionshochlauf

Beim Aufbau der Zellfabrik sieht Tesla die Überführung komplexer Prozesse in hohe Stückzahlen als entscheidend an. Dabei nennt das Unternehmen ausreichende Qualität, einen hohen Ertrag und eine möglichst kurze Ramp-up-Zeit. Für Grünheide sollen Erfahrungen aus der 4680-Produktion der Schwesterfabrik in Texas genutzt werden, wo die damit verbundenen Herausforderungen nach Meyers Aussage bereits gelöst wurden.

Ein zentraler Bestandteil der geplanten Produktion ist das Dry-Electrode-Verfahren (Trockenbeschichtungsverfahren), bei dem Elektroden ohne klassischen lösemittelbasierten Nassprozess hergestellt werden. Weil energieintensive Trocknungsöfen entfallen können, sollen Flächenbedarf, Investitionsaufwand und der Energiebedarf sinken. Zudem fallen Kosten für die Rückgewinnung giftiger Lösemittel weg. Meyer spricht von positiven Effekten auf Produktionskosten und Umweltbilanz der Fertigung.

Tesla verweist zugleich auf Unterschiede zwischen Europa und etablierten Batterieökosystemen in Asien. Während das Werk in Shanghai Zellen chinesischer Hersteller bezieht, gebe es in Europa kein vergleichbares Ökosystem potenzieller Lieferanten. Zudem sieht das Unternehmen Europa im Wettbewerb mit China und den USA im Nachteil und nennt insbesondere das Fehlen einer output-basierten Förderung für Batteriezellen in der EU.

Für die Zellfertigung in Grünheide will Tesla mehr als 1500 zusätzliche Mitarbeiter gewinnen. Erfahrung in der Zellproduktion ist dabei ausdrücklich kein Einstellungskriterium. Tesla setzt auf Beschäftigte aus unterschiedlichen Industrien, Quereinsteiger sowie interne Trainings- und Schulungsprogramme.

Für Meyer ist beim erfolgreichen Hochlauf einer „Gigafactory“ Geschwindigkeit besonders wichtig: „Speed ist kritisch. Wir müssen schnell aus unseren Fehlern lernen und immer hinterfragen, ob sich ein Problem nicht noch schneller lösen lässt.“

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