Pilotprojekt LadeFlexBW: Intelligentes Laden von E-Autos stabilisiert Stromnetze

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Mit dem Start des Pilotprojekts „LadeFlexBW“ beginnt in Baden-Württemberg ein Feldtest zur intelligenten, markt- und netzdienlichen Steuerung privater Elektrofahrzeuge. Ziel des Projekts ist es, Elektrofahrzeuge unter realen Alltagsbedingungen als flexible, dezentrale Energiebausteine in das Stromsystem zu integrieren: „automatisiert, nutzerfreundlich und vergütet“. Anders als viele bisherige Ansätze setzt LadeFlexBW nicht auf Simulationen oder abgeschlossene Testumgebungen, sondern auf einen realen Feldversuch mit privaten E-Fahrzeugen.
„Die Bedeutung von Kleinstflexibilitäten für das Stromnetz nimmt mit der Umsetzung der Energiewende stetig zu. LadeFlexBW ist ein konkreter Schritt, um genau dieses Potenzial unter realen Bedingungen zu erproben: marktbasiert, freiwillig und ohne Komforteinbußen für die E-Mobilisten. Als Übertragungsnetzbetreiber benötigen wir solche Reallabore, um den Weg vom Pilotprojekt zur flächendeckenden Umsetzung möglichst schnell zu durchschreiten“, sagt Oliver Strangfeld, Mitglied der Geschäftsführung von TransnetBW.
„Wir schaffen ein Erlösmodell, das Nutzerinnen und Nutzer für etwas belohnt, das sie ohnehin tun: ihr Elektrofahrzeug laden. Der entscheidende Unterschied ist, dass wir die Flexibilität dahinter nutzbar machen – für den Markt, für das Netz und für den Geldbeutel der Teilnehmenden. Das ist der Ansatz, den wir jetzt im Feld erproben möchten“, ergänzt Dominique Gross, Geschäftsführer von Intelligent Energy System Services (IE2S).
„Innovation unter realen Marktbedingungen“
In Deutschland hinkt der Smart-Meter-Rollout den Erfordernissen für die Hebung dezentraler Flexibilitäten weiterhin hinterher. Ein besonderer Innovationsaspekt von LadeFlexBW liegt darin, dass der Feldtest ohne den Einsatz von intelligenten Messsystemen (Smart Metern / iMSys) durchgeführt wird. Stattdessen erfolgt die Abwicklung im bestehenden Standardlastprofil-(SLP)-Umfeld, wie es heute bei dem Großteil privater Haushalte in Deutschland üblich ist. Damit demonstriere LadeFlexBW, dass netz- und marktdienliches Laden von Elektrofahrzeugen bereits unter den aktuellen regulatorischen und messtechnischen Rahmenbedingungen umsetzbar ist – und damit eine Brücke schlagen kann, bis der Smart-Meter-Rollout weiter vorangeschritten ist, heißt es.
Gleichzeitig sei die Teilnahme an LadeFlexBW vollständig unabhängig vom bestehenden Stromliefervertrag der Nutzer. Ein Wechsel des Energielieferanten oder eine Anpassung des Stromtarifs sei nicht erforderlich. Die Vermarktung der Flexibilität erfolge getrennt von der Energielieferung und berühre weder Vertragsbeziehungen noch die Abrechnung des Strombezugs.
Neues Erlösmodell für Endkunden
Die Flexibilitätsvermarktung ist damit laut den Projektverantwortlichen ein eigenständiges, ergänzendes Erlösmodell für Endkunden, niedrigschwellig, kundenfreundlich und kompatibel mit bestehenden Marktstrukturen. Der Ansatz folge der europäischen Entwicklung hin zu mehr Demand Response – also der aktiven Beteiligung von Verbrauchern am Energiemarkt, wie sie auf EU-Ebene unter anderem durch ACER vorangetrieben wird. LadeflexBW verbinde dabei automatisierte Ladeoptimierung auf Basis realer Netz- und Marktsignale, die Bündelung von Fahrzeugflexibilitäten über eine digitale Pooling-Plattform und transparente Vergütungsmodelle für Teilnehmende zu einem integrierten Gesamtsystem.
Die Systemarchitektur sei von Beginn an auf Skalierbarkeit ausgelegt, von einigen hundert bis hin zu mehreren zehntausend Elektrofahrzeugen, so TransnetBW. Damit leiste LadeFlexBW einen wichtigen Beitrag dazu, Elektromobilität schnell und wirtschaftlich sowie praxistauglich und systemdienlich in das Energiesystem zu integrieren.
Reallabor für die Energiewende
Der Feldtest richtet sich explizit an private E-Autofahrer in Baden-Württemberg. Die Teilnehmer laden ihr Elektrofahrzeug wie gewohnt, die Optimierung der Ladezeiten erfolgt automatisiert im Hintergrund. Gleichzeitig erhalten sie eine finanzielle Vergütung für die bereitgestellte Flexibilität.
Die in LadeFlexBW gewonnenen Erkenntnisse sollen wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung von Energie- und Netzentgeltsystemen, neue digitale Lade- und Mobilitätsservices, regulatorische Modelle zur Nutzung dezentraler Flexibilitäten sowie die Integration von Elektromobilität in ein zunehmend erneuerbares Energiesystem liefern.
Zum Artikel Pilotprojekt LadeFlexBW: Intelligentes Laden von E-Autos stabilisiert Stromnetze auf ecomento.de

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