Der deutsche Pkw-Markt ist im Januar 2026 mit 193.969 Neuzulassungen relativ schwach ins neue Jahr gestartet. Insgesamt steht damit ein Minus von 6,6 Prozent zu Buche. Rechnet man die Performance des Januars auf das Gesamtjahr hoch, so würde man laut den Analysten von Dataforce nach 12 Monaten bei 2,87 Millionen Pkw landen und somit die drei Millionen pro Jahr verfehlen, die in Deutschland als normales Zulassungsniveau angesehen werden.
Primär kommt der Rückgang laut Dataforce aus den für die Hersteller margenträchtigen Segmenten, nämlich dem Privatmarkt und dem Relevanten Flottenmarkt. Ersterer verlor um 14,4 Prozent, während Flotten um 7,9 Prozent nachgaben. Leicht im Minus war ebenfalls der Fahrzeughandel mit -3,2 Prozent.
Die einzigen Kanäle, die wachsen konnten, waren die Autovermieter (+9,9 %) und die Hersteller selbst (Fahrzeugbau +5,3 %). Es scheint also so, dass überschüssige Fahrzeuge, die keinen „echten“ Abnehmer gefunden haben, vermehrt von den Herstellern selbst zugelassen wurden oder per Sonderangebot an Autovermieter gingen.
Kein Ausbremsen durch Förderprämie
Im Januar hat sich das Wachstum der E-Mobilität allgemein wieder etwas verlangsamt. Vor allem im Flottenmarkt ging es von +55 Prozent im Dezember 2025 nun auf +18 Prozent zurück. Das gleiche Phänomen gab es auch im Privatmarkt von 74 auf 43 Prozent. Das ist aber nichts Ungewöhnliches, da zu Jahresbeginn oftmals die E-Zulassungen zurückgehen, nachdem sie zuvor zum Jahresende in die Höhe geschossen sind. Der Markt wächst also aktuell immer noch, nur eben etwas langsamer. Isoliert für den Januar betrachtet, war es sogar der stärkste Januar bisher im Privatmarkt für E-Autos.
„Die dennoch allgemein schwache Performance im Privatmarkt geht aktuell aber eher doch auf die Verbrenner zurück. Benziner und Diesel verloren beide im Januar knapp 30 Prozent. Um einen solch starken Rückgang auszugleichen, hätten die E-Zulassungen nochmal gewaltig steigen müssen“, erklären die Analysten. „Doch vielleicht passiert das in den nächsten Monaten, wenn wir die ersten erhöhten Zulassungszahlen durch die neue Förderprämie sehen.“
Aktuell gebe es keinen Hinweis darauf, dass der Markt vor der neuen staatlichen Elektroauto-Kaufprämie zur Zurückhaltung tendiert. Elektro-Zulassungen machten im Januar 24 Prozent aller Zulassungen aus, damit hält der Monat die 24 Prozent der Jahresendmonate 2025. Bei den Plug-in-Hybriden sieht es genauso aus, dort werden im Privatmarkt auch im Januar die 7 Prozent Marktanteil gehalten.
Transportermarkt deutlich unter Druck
Der Transportermarkt sah im Januar nicht besonders gut aus: Mit einem Volumen von nur 32.803 Fahrzeugen büßte er 16 Prozent ein. Die Analyse der Kanäle verrät, dass es diesen Monat keine Gewinner gab. Alle Kanäle lagen mit Werten von -13 Prozent im Flottenmarkt bis -22 Prozent im Fahrzeughandel deutlich im roten Bereich.
Es sind vor allem die Diesel, die dem Markt Probleme machen, erklärt Dataforce. „Die Kraftstoffart ist immer noch die klare Nummer 1 Wahl, wenn es um einen Transporter geht. Aktuell sind noch 77 Prozent aller Transporter Diesel, was im Angesicht der CO2-Ziele für die Hersteller problematisch ist. Lieber würden sie hier eine deutlich höhere Quote an Elektro-Zulassungen sehen, um ihre Bilanzen zu verbessern. Immerhin aber lagen die E-Transporter diesen Monat schon bei 11 Prozent Marktanteil.“
„Der Start ins neue Jahr ist nicht ganz gelungen“, sagt Julian Litzinger, Automotive Analyst. „Der Markt schwächelt deutlich, und das ausgerechnet durch Rückgänge in den Kanälen, die für die Hersteller das Geld versprechen. Gleichzeitig sendet der Markt aber auch positive Signale. Und zwar gibt es momentan keinen Anschein, dass die angekündigte Förderprämie den E-Auto Markt vorher zum Erliegen bringt. Die Quoten bleiben momentan stabil, viel eher sind die Verbrenner-Zulassungen am Kränkeln.“
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