Das vorzeitige Ende mehrerer Elektroauto-Projekte belastet den angeschlagenen Autozulieferer ZF Friedrichshafen und führt zu roten Zahlen. Das Unternehmen hat sich mit verschiedenen Kunden darauf verständigt, Projekte zu beenden, die wegen des langsameren Hochlaufs der E-Mobilität nicht die erwartete Profitabilität erreichten.
Die Entscheidung führt zu einer Einmalbelastung und einem buchhalterischen Verlust im Jahr 2025, ohne dass ZF konkrete Zahlen nannte. Bereits 2024 hatte der Konzern einen Verlust von knapp über einer Milliarde Euro ausgewiesen. Finanzchef Michael Frick erklärte, der Schritt befreie ZF von Altlasten und „ist die Grundlage für neue Handlungsspielräume und nachhaltig verbesserte Profitabilität in den kommenden Jahren“.
Operativ entwickelte sich das vergangene Geschäftsjahr dagegen besser als erwartet. Die bereinigte Gewinnmarge lag nach vorläufigen Zahlen mit deutlich mehr als 4 Prozent über der eigenen Zielspanne von 3 bis 4 Prozent. Der Barmittelzufluss überstieg mit mehr als einer Milliarde Euro die Erwartungen deutlich, was zu einer Reduzierung des Schuldenstands zum Jahresende führte. „Unsere Maßnahmen zur Neuausrichtung von ZF greifen“, sagte Vorstandschef Mathias Miedreich.
Als größtes Sorgenkind gilt derzeit die Division E, die elektrische und hybride Antriebe ebenso wie Verbrenner entwickelt und produziert. Die Sparte steht im Zentrum der Restrukturierung, deren operative Entwicklung sich im Vergleich zum Vorjahr signifikant verbessert habe und im Plan liege, so ZF. Das Restrukturierungsprogramm solle auch in diesem Jahr konsequent fortgeführt werden.
Management und Arbeitnehmer und Arbeitnehmer von ZF haben sich Anfang Oktober auf ein umfassendes Sparpaket geeinigt. Es soll bis 2027 Einsparungen von mehr als 500 Millionen Euro bringen. Bis Ende 2028 sollen in Deutschland bis zu 14.000 Stellen abgebaut werden. Tausende Arbeitsplätze sind bereits weggefallen, zudem wurden Arbeitszeiten verkürzt.
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