Tesla hat im Jahr 2025 zum ersten Mal seit Langem einen Umsatzrückgang verzeichnet, und auch die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge ging zum zweiten Mal in Folge zurück. Besonders deutlich wird dies in der deutschen „Gigafabrik“ in der Brandenburger Gemeinde Grünheide.
Im erst jetzt veröffentlichten Jahresbericht der Tesla Manufacturing Brandenburg SE für 2024 wird bestätigt, dass die Produktionsziele des Europa-Werks nahe Berlin dort erheblich verfehlt wurden. 2024 liefen demnach nur 211.235 Fahrzeuge vom Band, berichtet der Spiegel. Das stellt zwar eine Steigerung von etwa 11.000 Autos gegenüber dem Vorjahr dar, liegt aber deutlich unter den angestrebten 287.000 Fahrzeugen. Immerhin erwirtschaftete das Werk laut dem Bericht einen Jahresüberschuss von mehr als 56 Millionen Euro.
Die Produktionskapazität des Werks, das derzeit nur den SUV-Crossover Model Y produziert, ist noch immer weit von den möglichen Höchstzahlen entfernt. Den aktuellen Genehmigungen zufolge könnte die Fabrik mehr als doppelt so viele E-Autos herstellen. Doch Tesla konnte diese Kapazitäten bisher nicht ausschöpfen. Vom einstigen Ziel, in Grünheide eine Million Teslas jährlich zu bauen, ist man weit entfernt. Die sogenannte Kapazitätsauslastung stieg 2024 zwar leicht auf 56,3 Prozent, jedoch liegt dieser Wert deutlich unter den von Autoherstellern in der Regel angestrebten 80 Prozent. Dies führt zu hohen Kosten, da viele Ausgaben, wie für Maschinen und Personal, Fixkosten sind.
Der Produktionsrückgang wird von Tesla mit mehreren Faktoren begründet, darunter „unvorhersehbare Produktionsstopps“, die durch eine Lieferkettenstörung im Roten Meer und einen Anschlag auf die Stromversorgung des Werks im Frühjahr 2024 ausgelöst wurden. Diese Zwischenfälle, bei denen die Produktion insgesamt etwa zwei Wochen stillstand, dürften aber nur einen Teil der Ursache für die schwachen Zahlen ausmachen. Tesla selbst räumt ein, dass auch das „herausfordernde Marktumfeld“ einen Einfluss auf die Geschäftszahlen hatte. Dabei könnte es sich auch um die negativen Reaktionen auf CEO Elon Musks politische Engagements handeln, das unter anderem in Deutschland gar nicht gut ankam.
Die Beschäftigtenzahl in der Grünheider Gigafabrik ist laut einem Bericht des Handelsblatts seit 2022 gesunken. Von über 12.400 Mitarbeitern vor zwei Jahren hat sich die Belegschaft auf derzeit rund 10.700 reduziert. Trotz dieser Entwicklung kündigte Werksleiter André Thierig im vergangenen Sommer an, dass die Produktion angesichts wachsender Nachfrage auf mehr als 5000 Autos pro Woche steigen solle. Doch der Ausbau des Werks, der durch die erste Teilgenehmigung für eine Erweiterung bereits einen Schritt nach vorne gemacht hat, könnte durch die kommende Betriebsratswahl im März gefährdet werden. Sollte die IG Metall eine Mehrheit erringen, könnte dies nach Äußerungen von Werkleiter Thierig die geplanten Ausbauvorhaben infrage stellen.
Umweltschützer äußern Kritik daran, dass ein Teil des Werksgeländes im Wasserschutzgebiet liegt. Tesla wehrt sich gegen diese Bedenken und treibt offiziell die Erweiterung des Standorts voran. So plant das Unternehmen neben dem Ausbau der Elektroauto-Fertigung auch, die Produktion von Batteriezellen in Grünheide zu starten. Ab 2027 sollen dort bis zu acht Gigawattstunden Akkus pro Jahr produziert werden.
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