Der Betreiber von Schnellladestationen Electra stellt die Weichen für die nächste Wachstumsphase in Europa. Deutschland sei dabei ein zentraler Ausbauschwerpunkt, erklären die Franzosen. In Europa sei man inzwischen in zehn Ländern aktiv und habe 2025 das Netz weiter ausgebaut. In Deutschland laufe der Rollout seit letztem Jahr mit einem klaren Ziel: „Schnellladen dorthin zu bringen, wo es im Alltag gebraucht wird, verlässlich funktioniert und mit dem wachsenden Bedarf Schritt hält.“
In Deutschland gehört Electra eigenen Angaben zufolge gemessen am Finanzierungsvolumen zu den größten CPOs (Charge Point Operator, deutsch: Ladepunktbetreiber) im Markt. Bis Anfang dieses Jahres seien bereits 15 Ladeparks bundesweit in Betrieb gegangen, bis Ende 2026 plane man über 90 Ladeparks. In den Folgejahren solle das Netz auf Hunderte Standorte wachsen. Ein Schwerpunkt liege dabei auf Standorten, die in den Alltag passen – etwa bei Imo Carwash (Berlin und Bad Nenndorf), bei POCO Einrichtungsmärkten (Berlin-Wedding) sowie bei Netto Marken-Discount (Chemnitz).
In Berlin-Wedding betreibt das Unternehmen seinen ersten deutschen Ladepark mit Batteriespeicher. Speicher am Schnelllade-Standort sind aktuell noch die Ausnahme – Electra will dieses Konzept 2026 deutlich ausbauen, um Ladeleistung dort verfügbar zu machen, wo Netzkapazität nicht immer automatisch mitwächst. In diesem Jahr plant Electra, in Deutschland eine Batteriespeicherkapazität von rund 20 MWh über mehrere Standorte hinweg zu installieren „und so die Grundlage für einen noch stabileren Betrieb und mehr planbare Leistung zu schaffen“.
„Am Ende zählt, dass Schnellladen unkompliziert und verlässlich ist. Deshalb setzen wir auf Standorte, die gut erreichbar sind und sich mit wachsender Nachfrage auch weiterentwickeln lassen. Außerdem schauen wir bei neuen Projekten genau hin, wo Batteriespeicher helfen können, hohe Ladeleistung am Standort trotz geringer verfügbarer Netzanschlussleistung zu ermöglichen“, sagt Paul Tonini, Country Manager Electra Deutschland.
Ausblick 2026-2027: „Größere Standorte, mehr Alltag, mehr Flotten“
Auch europaweit treibe man den Ausbau voran, unterstreicht Electra. 2025 sei das Netz um 244 Standorte auf 644 gewachsen, das entspreche knapp 4000 Schnellladepunkten. Die Netzverfügbarkeit und Zuverlässigkeit hätten bei gleichzeitig deutlich steigender Nutzung über 98,5 Prozent betragen.
In den kommen 24 Monaten gehe es darum, das Netz konsequent auf Massennutzung vorzubereiten: mit größeren, leistungsstärkeren Ladeparks, die hohe Frequenzen tragen und Engpässe vermeiden. Parallel wolle man die Nutzung im Business-Kontext deutlich ausbauen – insbesondere durch Lösungen für Unternehmensflotten und Partnerschaften, bei denen Laden direkt in bestehende Mobilitätsangebote integriert wird. Bereits 2026 solle dabei die operative Profitabilität erreicht und damit die Basis geschaffen werden, um Investitionen langfristig und nachhaltig weiter hochzufahren.
„Wir haben heute die Größe und Erfahrung eines europäischen Betreibers – und damit Verantwortung: für Zuverlässigkeit, wirtschaftliche Disziplin und die Fähigkeit, reale Nutzung zu skalieren, insbesondere für Unternehmen und Flotten. 2026 und 2027 ist unsere Priorität klar: Wachstum – vor allem über B2B-Partnerschaften und Markenpräferenz – damit Laden in Europa ein echter Treiber für die Verbreitung der Elektromobilität wird“, so Aurélien de Meaux, Co-Founder und CEO von Electra.
Zu den nächsten größeren Meilensteinen in Deutschland zählten ein Ladepark im Zentrum von Hannover mit 14 Ladepunkten sowie mehrere Ladeparks bei Autohof24 unter anderem in Erlensee an der A66 im Einzugsgebiet von Frankfurt am Main und Gramschatz an der A7 nördlich von Würzburg.
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