McLaren plant laut der Financial Times, in den kommenden fünf Jahren mehr als zwei Milliarden US-Dollar von seinem Eigentümer aus Abu Dhabi zu investieren. Damit soll das Modellportfolio über zweisitzige Supersportwagen hinaus erweitert werden. Das britische Unternehmen will damit seine angespannte finanzielle Lage überwinden, die Konzernchef Nick Collins gegenüber der Wirtschaftszeitung als kritisch bezeichnet.
Hintergrund des Umbaus ist insbesondere auch die Fusion mit dem britischen Elektroauto-Start-up Forseven Holdings im April 2025. Seitdem habe man schnell handeln müssen, um Schulden abzubauen, Lagerbestände zu reduzieren und den Konzern neu auszurichten. „Das Unternehmen war in einer prekären Lage“, räumte Collins ein und betonte, Veränderung sei zwingend und dringend gewesen.
CYVN Holdings, ein Staatsfonds aus Abu Dhabi, hatte McLarens Automobilgeschäft im vergangenen Jahr vom bahrainischen Staatsfonds Mumtalakat übernommen. Zudem investierte CYVN in das McLaren-Formel-1-Team, sowie in Forseven und den chinesischen Elektroautobauer Nio.
Trotz sportlicher Erfolge schrieb die Autosparte von McLaren seit Jahren Verluste. Der Mittelabfluss war dem Bericht zufolge so stark, dass die Entwicklung neuer Modelle gefährdet war. Nach einer von Collins als „offene Herzoperation“ beschriebenen Sanierung sank der Bestand an verkaufsfertigen Fahrzeugen seit April um 40 Prozent, während Garantieansprüche wegen Qualitätsmängeln um 80 Prozent zurückgingen.
McLaren will offensiv agieren, Skepsis bei Mitarbeitern
Collins sieht McLaren nun in der Lage, offensiv zu agieren, da Wettbewerber mit steigenden Kosten und wachsendem Wettbewerb zu kämpfen hätten. Gleichzeitig sorgte die Fusion nach Informationen der Financial Times intern für Verunsicherung. Die Verbindung eines traditionsreichen Sportwagenherstellers mit einem kaum bekannten E-Auto-Start-up sei bei vielen Beschäftigten auf Skepsis gestoßen.
Nach dem Zusammenschluss verließen mehrere Spitzenmanager das Unternehmen, darunter der Finanzchef sowie Verantwortliche für Strategie, Sanierung und Fahrzeugprogramme. Auch der frühere McLaren-Chef Michael Leiters wechselte und übernahm in diesem Monat die Leitung von Porsche.
CYVN hatte bereits 2023 in Gordon Murray Technologies investiert, um sich Zugang zu dessen patentierter Technologie und Ingenieuren zu sichern, die nun für McLaren arbeiten. Insgesamt flossen laut informierten Personen rund 1,2 Milliarden Pfund in den Kauf von McLaren und etwa 1 Milliarde Pfund in Forseven. Die Erwartungen des Eigentümers gelten als hoch, was den Druck auf Collins erhöht.
Langfristig will McLaren profitabel wachsen und sich diversifizieren. Personen mit Kenntnis der Pläne berichteten der Financial Times von der Entwicklung einer Hybridversion des ersten SUV der Marke für die kommenden Jahre. Collins betonte, dass Wachstum neue Segmente erfordere und verwies darauf, dass kein Premiumhersteller ohne SUV dauerhaft profitabel sei. Ein rein elektrisches Luxusmodell ziehe er erst dann in Betracht, „wenn der Markt es verlangt“.
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