Das Center of Automotive Management (CAM) hat eine Auswertung der Markt- und Absatztrends der Elektromobilität in Deutschland von Januar bis Oktober 2025 veröffentlicht. Die Branchenkenner präsentieren zudem eine Prognose für 2026.
Der deutsche Markt für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) setzte demnach im Jahr 2025 seinen dynamischen Wachstumskurs fort. Insgesamt wurden 545.142 BEV-Pkw neu zugelassen, was einem Zuwachs von +43,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der BEV-Anteil an den gesamten Pkw-Neuzulassungen erreichte damit 19,1 Prozent und lag deutlich über dem Niveau des Jahres 2024. Über den Jahresverlauf hinweg zeigte sich ein nahezu kontinuierlicher Anstieg der BEV-Marktdurchdringung, mit einer zunehmenden Stabilisierung auf hohem Niveau zum Jahresende.
Auch Plug-in-Hybride (PHEV) entwickelten sich 2025 äußerst dynamisch: Mit 311.398 Neuzulassungen verzeichnete dieses Segment ein Plus von +62,3 Prozent, wodurch der PHEV-Anteil auf 10,9 Prozent der Pkw-Neuzulassungen anstieg.
Der Anteil der BEV- und PHEV-Neuzulassungen ist im Jahresverlauf fast kontinuierlich gestiegen und erreicht im Dezember zusammengenommen bereits 34,5 Prozent. Im Gesamtjahr liegt der Neuzulassungsanteil von Pkw mit extern aufladbarem Antrieb (BEV + PHEV) damit jetzt bereits bei 30 Prozent.
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Großer Verlierer der Elektromobilität im Jahr 2025 ist Tesla, dessen Neuzulassungen um 48,5 Prozent sinken auf nur noch 19.390 Pkw. Hohe Zuwächse bei den BEV-Verkäufen in Deutschland erzielt als Marktführer die Volkswagen-Gruppe, die mit einem Plus von rund 80 Prozent den BEV-Anteil auf rund 20 Prozent steigert (Vorjahr: 11,2 %). Auch BMW erzielt hohe BEV-Zuwächse von rund 30 Prozent, so dass der BEV-Anteil der BMW-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr von 18,6 auf rund 22 Prozent steigt.
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Im Unterschied zu den Elektro-Neuzulassungen sinkt der Anteil der Verbrenner: Der Neuzulassungsanteil benzinbetriebener Pkw geht auf 27,2 Prozent (Vorjahr 35,2 %) zurück. Gleichfalls sinkt der Marktanteil dieselbetriebener Pkw auf 13,8 Prozent (Vorjahr: 17,2 %). Hybride Antriebe (ohne PHEV) umfassen 28,6 Prozent der Neuzulassungen, die jedoch überwiegend Mildhybride umfassen und daher eher den Verbrennern zuzuordnen sind. Insgesamt sind die Neuzulassungen in Deutschland im Jahr 2025 nur leicht um 1,4 Prozent auf 2.857.591 Pkw angestiegen.
Für das Jahr 2026 rechnet das CAM mit insgesamt 2,95 Millionen Pkw-Neuzulassungen in Deutschland. Davon entfallen nach Prognosen der Experten rund 740.000 Fahrzeuge auf batterieelektrische Antriebe (BEV), was einem BEV-Marktanteil von etwa 25 Prozent entspricht. Diese Prognose steht unter der Prämisse der beabsichtigten Förderkulissen und eines relativ stabilen makroökonomischen und geopolitischen Umfelds.
„Förderung von Ladestrom statt Kaufprämie wäre sinnvoller“
„Die anhaltende Diskussion rund um das faktische Verbrennerverbot 2035 verstärkt die Verunsicherung der Verbraucher und verzögert den schnellen Markthochlauf und die Realisierung wichtiger Skaleneffekte“, so Studienleiter Stefan Bratzel. „Insofern sind klare politische Signale und eine zielgerichtete Förderung der Elektromobilität grundsätzlich sinnvoll. Allerdings wäre statt der Auslobung von Kaufprämien die konsequente Förderung von Ladestrom sinnvoller. Hohe Kaufprämien können in dieser Marktphase unerwünschte Nebeneffekte wie Strohfeuer und sinkende Restwerte erzeugen.“
Insgesamt gilt es laut Bratzel, die Begehrlichkeit der Elektrofahrzeuge zu erhöhen – unter anderem durch die konsequente Weiterentwicklung des Ökosystems der Elektromobilität, zum Beispiel über „Smart Charging“ und bidirektionales Laden.
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