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EU-Batterieregeln: Autoindustrie verlangt längere Fristen

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Europas Autohersteller fordern längere Übergangsfristen für die geplanten Lokalisierungsanforderungen bei Batterien im Industrial Accelerator Act (IAA). Der europäische Herstellerverband ACEA unterstützt grundsätzlich das Ziel, die industrielle Basis und die Batteriewertschöpfung in der EU zu stärken. Die Lobbyisten halten jedoch den von der Europäischen Kommission vorgesehenen Zeitplan für zu ambitioniert.

Nach dem am 4. März 2026 vorgelegten Gesetzesvorschlag sollen „Made in EU“- und CO₂-bezogene Kriterien unter anderem bei öffentlichen Beschaffungen und öffentlichen Förderprogrammen in strategischen Sektoren gelten. Dazu zählt auch die Automobil- und Batterieindustrie.

Für Antriebsbatterien sieht der Vorschlag eine stufenweise Lokalisierung vor. Nach Darstellung von ACEA müssten sechs Monate nach Inkrafttreten mindestens drei zentrale Batteriekomponenten aus der EU stammen, darunter die Batteriezellen. Drei Jahre später würde die Vorgabe auf fünf Komponenten ausgeweitet, darunter Batteriezellen, Batteriemanagementsystem und Kathodenaktivmaterial.

ACEA fordert, die erste Stufe erst drei Jahre nach Inkrafttreten anzuwenden und die zweite auf fünf Jahre zu verschieben. Für schwere Nutzfahrzeuge und Busse verlangt der Verband eine gesonderte Behandlung.

Zur Begründung verweist ACEA auf lange Vorlaufzeiten beim Aufbau neuer Batteriewerke. Nach Angaben des Verbands kann es von der Ankündigung bis zur vollen Produktion nahezu ein Jahrzehnt dauern. Ein heute angekündigtes Projekt könnte selbst ohne Verzögerungen erst 2035 die volle industrielle Kapazität erreichen.

Eine von ACEA beauftragte Studie erwartet zugleich, dass die europäische Zellproduktion bis 2032 auf 306 GWh steigt, bei den vorgesehenen IAA-Fristen aber dennoch hinter der Nachfrage zurückbleibt. Bei einem Inkrafttreten 2028 könnten demnach rund drei Millionen Fahrzeuge wegen fehlender europäischer Batteriekapazitäten die entsprechenden „Made in EU“-Kriterien für Förderprogramme nicht erfüllen.

Nach der Untersuchung bestehen mögliche Engpässe nicht nur bei der Zellfertigung, sondern auch in vorgelagerten Teilen der Wertschöpfungskette. ACEA verweist zudem auf höhere Energie- und Investitionskosten, Genehmigungsverfahren sowie den Zugang zu kritischen Rohstoffen als Hindernisse für einen schnellen Kapazitätsaufbau. Der Verband warnt deshalb davor, angekündigte Fabrikkapazitäten mit tatsächlich verfügbarer Serienproduktion gleichzusetzen.

Die Kommission verfolgt mit dem Industrial Accelerator Act das Ziel, die Nachfrage nach in Europa hergestellten, emissionsarmen Technologien und Produkten zu erhöhen und zusätzliche Produktionskapazitäten in strategischen Industrien aufzubauen. Der IAA liegt derzeit als Gesetzesvorschlag vor, die konkreten Vorgaben und Fristen sind daher noch nicht endgültig beschlossen.

Automobile Magazine-Germany

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