Die IG Metall fordert eine rasche Umsetzung des EU-„Automobilpakets“ und mehr protektionistische Instrumente für die europäische Autoindustrie. „Die Lage ist schwierig – insbesondere die der Auto- und Zulieferindustrie“, sagte IG-Metall-Chefin Christiane Benner bei der Jahrespressekonferenz der Gewerkschaft. Das Automobilpaket müsse nun „dringend umgesetzt werden“.
Das EU-Automobilpaket wurde Ende Dezember vorgestellt. Kernpunkt ist eine Abschwächung des bisherigen „Verbrenner-Aus“: Ab 2035 sollen Hersteller nicht mehr eine vollständige Reduktion der CO₂-Auspuffemissionen von neu zuzulassenden Pkw erreichen müssen, sondern 90 Prozent. An der endgültigen Fassung wird derzeit zwischen EU-Kommission, Europaparlament und Europäischem Rat gearbeitet.
Im Zusammenhang mit dem Automobilpaket verlangt die IG Metall eine verbindliche Verankerung von sogenannten Local-Content-Regeln auch für die Autoindustrie. Diese sollen die Nutzung von „Made-in-Europe“-Produkten vorschreiben. „Wer hier verkaufen will, muss auch hier produzieren“, so Benner. Als Beispiel nannte sie chinesische Hersteller wie den Stromer-Riesen BYD und forderte von der Bundesregierung stärkere Unterstützung für entsprechende EU-Initiativen.
Darüber hinaus sprach sich die Gewerkschafterin für eine verbindliche Quote zur Verwendung von grünem Stahl in der europäischen Autoindustrie aus. Dieser klimaschonend hergestellte Stahl ist bislang deutlich teurer als konventionell erzeugter Stahl. Die EU will in den kommenden Wochen einen Entwurf für Local-Content-Vorschriften vorlegen.
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