Der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen entwickelt im Forschungsprojekt „HyConnect“ mit mehreren Partnern eine digitale Plattform zur effizienten Nutzung bestehender und zukünftiger Wasserstoff-Infrastruktur in der Transport- und Logistik-Branche.
Das Tool soll die Reservierung von Tankstellenkapazitäten sowie die komplette Zahlungsabwicklung ermöglichen, Transparenz und Planungssicherheit schaffen und dadurch den Markthochlauf von Wasserstofftechnologien unterstützen. Das auf zweieinhalb Jahre anberaumte Projekt, dessen Lösung für den EU-Binnenmarkt skalierbar sein soll, wird vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
„Die spärliche Infrastruktur und die geringen Vorhaltekapazitäten der Wasserstofftankstellen können bei Logistikbetrieben zeitraubende und kostspielige Umwege notwendig machen“, sagt PEM-Leiter Professor Achim Kampker. Auf der anderen Seite führe die noch geringe Zahl von Wasserstoff-Lkw zu Planungsunsicherheiten bei den Betreibern entsprechender Tankstellen, die diese in Form hoher Preise weitergäben.
„Ein effizienter Datenaustausch zwischen IT-Systemen kann diese Effekte deutlich reduzieren, ist aber häufig nur durch individuell entwickelte und dadurch kostenintensive Tools im kleinen Umfang möglich“, erläutert PEMs Projektverantwortlicher Ferdinand Cordes.
Pilotbetrieb während der Projektlaufzeit geplant
HyConnect setze genau dort an, erklärend die Projektverantwortlichen. So solle die künftige Reservierungs- und Buchungsplattform Daten zum Wasserstoffbedarf der Lkw-Flottenbetreiber mit Informationen zur Wasserstoffverfügbarkeit der Tankstellenbetreiber zusammenführen. Dies ermögliche präzise Planungen und helfe bei der Verhinderung von Versorgungsengpässen.
Langfristig soll die Lösung den Marktanteil von Wasserstoff-Lkw steigern und Investitionen in die Infrastruktur anregen, indem sie die Risiken für alle Beteiligten minimiert. Dazu erarbeiten die Projektpartner Lösungen für die Preisbildung des Wasserstoffs und für eine Künstliche-Intelligenz-basierte universelle Datenschnittstelle. Unter anderem untersucht das HyConnect-Team die Preiselastizität und die Wirkung auf Tankstellenauswahl, Planbarkeit und Kostentransparenz. Die Datenschnittstelle wird als Prototyp implementiert und anschließend evaluiert. Darauf aufbauend soll die Kapazitätsmanagement- und Reservierungsplattform gestaltet werden, die im Laufe des Projekts in den Pilotbetrieb gehen soll.
Automobile Magazine-Germany

























