Ford kündigt an, dass Fahrer seiner Modelle ab 2028 zeitweise den Blick von der Straße nehmen können. Möglich machen soll das eine neue Version des Fahrerassistenzsystems, die erstmals auf der Ford Universal EV Platform eingeführt werde. Dies erklärte laut Automotive News Fords E-Auto-Chef Doug Field.
Die Universal EV Platform soll die technische Basis für bis zu acht kostengünstige Elektro-Modelle stellen. Dazu zählt auch ein mittelgroßer Pick-up-Truck, dessen Einstiegspreis bei rund 30.000 US-Dollar vor Steuern (ca. 25.800 Euro) liegen soll. Das neue „Eyes-off“-System ist Teil einer Strategie, mit der Ford moderne Assistenztechnik nicht nur in hochpreisigen Modellen, sondern im Massenmarkt verfügbar machen will. Field sprach von dem Ziel, Technologie zu „demokratisieren“.
Derzeit erlaubt Fords BlueCruise-System auf bestimmten Autobahnabschnitten freihändiges Fahren, verlangt jedoch weiterhin volle Aufmerksamkeit der Fahrer. Ab 2027 will das Unternehmen zunächst neue Hardware und Software für weiterentwickelte Eyes-on-, Hands-free-Systeme einführen, ebenfalls auf der Universal EV Platform. Der nächste Schritt folgt dann 2028 mit der Eyes-off-Funktion.
Ford entwickelt seine Fahrerassistenzsysteme selbst und verzichtet auf Zukäufe von Zulieferern. Durch diese vertikale Integration könne man die Qualität besser kontrollieren und die Kosten im Vergleich zu marktüblichen Lösungen um 30 Prozent senken, erklärte Field. „Zu viele Unternehmen haben die ganze Seele ihrer Maschinen ausgelagert, um Schritt zu halten.“ Ford habe sich daher für den schwierigeren Weg entschieden und setze auf eigene Teams.
Für das neue System plant Ford „wahrscheinlich“ den Einsatz von Lidar. Dabei wolle man jedoch sehr gezielt vorgehen. „Wir werden sehr genau festlegen, wofür wir es einsetzen und welche Spezifikationen wir brauchen, weil wir den gesamten Technologie-Stack und alle Sensoren selbst kontrollieren“, sagte Field.
Die neue Elektroauto-Basis Ford Universal EV Platform ist eine Reaktion des US-Traditionskonzerns auf die schwächelnde Nachfrage nach seinen bisher angebotenen größeren und kostspieligeren Vollstromern. Das Unternehmen konzentriert sich nun auf erschwinglichere E-Autos und hat dazu für die neue Plattform auch ein neues Fertigungssystem konzipiert. Beides soll nach Europa kommen, Ford hat zunächst aber wegen der hohen Kosten die USA im Fokus.
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