Ladeleistung, Reichweite und Infrastruktur haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Doch ein zentraler Schmerzpunkt bleibt laut einer Studie: Bezahlen an der Ladesäule sorgt weiterhin für Frust bei Elektroauto-Fahrern.
Die UScale Charging Payment Study 2026 beleuchtet das Bezahlverhalten von E-Auto-Fahern in Deutschland. Die repräsentative Studie untersucht die Erwartungen der Nutzenden, beschreibt, welche Bezahlmethoden tatsächlich genutzt werden, warum Wunsch und Realität so weit auseinanderfallen und welche Strategien Betreiber benötigen.
„Es mangelt nicht an Bezahloptionen, aber keine überzeugt“, sagt Axel Sprenger, Geschäftsführer von UScale. „Für Anbieter ist das ein Problem. Unsere Daten zeigen nämlich, dass Payment ein wichtiger Faktor für die Wahl des Ladedienstes und den Hochlauf der eMobilität ist.“
Wunsch und Wirklichkeit klaffen auseinander
E-Fahrer nutzen mehrere Bezahlmethoden an öffentlichen Ladesäulen: Im Durchschnitt nennen die Befragten zwei bis drei Methoden, die sie regelmäßig verwenden. Trotz einer großen Auswahl an Bezahlmöglichkeiten nutzen sie nicht immer die Bezahlmethode, die sie eigentlich bevorzugen. Am liebsten würde die Befragten Plug&Charge verwenden oder direkt „ad-hoc“ bezahlen: Die beiden Methoden werden von 40 beziehungsweise 29 Prozent bevorzugt, aber nur von 49 beziehungsweise 55 Prozent zumindest gelegentlich genutzt.
Umgekehrt verhält es sich bei Ladekarte und Lade-App: Sie werden nur von 13 beziehungsweise 17 Prozent Befragten bevorzugt, aber von 70 beziehungsweise 77 Prozent genutzt.
Zwischen gewünschtem und tatsächlichem Bezahlverhalten besteht also eine deutliche Lücke. Einer der vielen Gründe liegt laut UScale in der fehlenden flächendeckenden Verfügbarkeit bestimmter Bezahlmethoden, wie etwa Plug&Charge/Autocharge. Selbst an DC-Schnellladesäulen werde diese Möglichkeit nicht durchgängig angeboten. Dort, wo sie verfügbar sei, fielen oft hohe Roamingaufschläge an, wenn kein Vertrag mit dem jeweiligen Anbieter bestehe. Da in den meisten Fahrzeugen nur ein Vertrag hinterlegt werden könne, sei das häufig der Fall.
Auch Direkt-Bezahlen (Ad-hoc), die Nummer zwei in der Präferenzliste, bleibt hinter den Erwartungen vieler Befragter zurück. Ad-hoc steht nicht an allen Ladesäulen zur Verfügung. Dort, wo die Bezahlmöglichkeit vorhanden ist, wird der Bezahlvorgang oft als umständlich und wenig intuitiv wahrgenommen.
Viele Bezahlmöglichkeiten – keine überzeugt
Die Studie kommt zu dem Ergebnis: Keine der heute etablierten Bezahlmethoden erfüllt die Erwartungen der Nutzer vollständig. Jede Methode bringt spezifische Vor- und Nachteile mit sich und adressiert unterschiedliche Bedürfnisse.
Die Vorteile der einen Bezahlmethode sind häufig die Nachteile einer anderen. Dadurch gelingt es keiner Lösung, alle Grundbedürfnisse, wie Einfachheit, Kostenkontrolle, Transparenz oder Komfort, gleichermaßen zu erfüllen.
Die Vielzahl der Möglichkeiten führt daher nicht automatisch zu höherer Zufriedenheit. Viele Elektroauto-Faher attestieren dem heutigen Ökosystem rund ums Bezahlen einen erheblichen Verbesserungsbedarf.
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