BMW erwägt offenbar wieder die Einführung sogenannter Range-Extender-Elektrofahrzeuge (REEV). Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. REEV-Modelle sind Elektroautos mit einem kompakten Verbrenner als Stromgenerator an Bord, der keine direkte Verbindung zu den Rädern hat. Damit lassen sich bei Bedarf ohne Nachladen von Strom größere Strecken elektrisch zurücklegen.
Die Bayern gehören unter den etablierten Herstellern zu den Pionieren sowohl bei Elektroautos als auch bei Range-Extender-Fahrzeugen. Das von 2012 bis 2023 gebaute kompakte E-Auto i3 wurde einige Zeit in einer Range-Extender-Version angeboten. Diese Ausführung nahm BMW in Europa aber vom Markt, nachdem es die Reichweite des rein elektrischen i3 deutlich erhöht hatte.
In China erleben REEV-Modelle derzeit einen Aufschwung, sie sind dort als Alternative zu Vollstromern sehr gefragt. BMW prüft dem Bericht zufolge, das SUV X5 sowie die 7er-Limousine mit einem kleinen Verbrenner als integriertem Generator auszurüsten. Die großen Baureihen böten genug Bauraum für die Technik. Man analysiere „kontinuierlich Nutzungsmuster, Kundenbedürfnisse und Marktentwicklungen“, teilte BMW gegenüber Bloomberg auf Anfrage mit.
BMW ist erklärter Verfechter von Technologieoffenheit. Zwar hat der Konzern in diesem Jahr die reine Elektroauto-Plattform „Neue Klasse“ eingeführt, es wird aber weiter auch andere Antriebe geben. So wird der X5 zukünftig als E-Auto, Plug-in-Hybrid, klassischer Verbrenner und Wasserstoff-Modell verkauft – sowie möglicherweise perspektivisch in einer Range-Extender-Version.
In Europa ist REEV-Technologie bislang kaum verbreitet, einige erwarten angesichts der Popularität in China aber auch hierzulande eine größere Nachfrage. In den USA wächst der Markt ebenfalls, so setzt Volkswagen bei der Neuauflage der Marke Scout von Beginn an neben E-Autos auch auf Range-Extender-Modelle.
Der europäische Autokonzern Stellantis will mit dem Ramcharger einen Pick-up mit Reichweitenverlängerer auf den Markt bringen, die vollelektrische Variante wurde auf Eis gelegt. Auch der chinesische Partner Leapmotor setzt in Europa auf REEV-Modelle. Stellantis-Wettbewerber Renault prüft die Integration der Technologie in die künftige Modellstrategie. Für mittelgroße und große Fahrzeuge sei es „unsinnig, reine Elektroantriebe zu erzwingen“, hieß es zuletzt aus dem Unternehmen.
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