Die Emissionen aus dem Verkehr sind in den Lndern der G20 seit 2015 um vier Prozent gestiegen und damit deutlich weniger stark als in den Jahrzehnten davor. Das zeigt eine Analyse der Denkfabrik Agora Verkehrswende und der Gesellschaft fr internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH zur Entwicklung des Verkehrs in den grten Industrie- und Schwellenlndern.
Der verminderte CO2-Anstieg fand parallel zu einer starken Wirtschaftsleistung statt, was laut den Analysten auf eine Entkopplung von Wirtschaftskraft und Klimabelastung hinweist. Ein wesentlicher Faktor dafr ist nach Einschtzung von Agora Verkehrswende die zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs.
Die Gruppe der 20 ist ein Forum groer Industrie- und Schwellenlnder inklusive der Europischen Union. Sie stehen zusammen fr rund 79 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung, zwei Drittel der aktuellen globalen CO-Emissionen sowie 61 Prozent der Weltbevlkerung. Seit 2023 ist auch die Afrikanische Union Mitglied, deren Verkehrs- und Emissionsdaten Agora Verkehrswende spter verffentlicht.
In den G20-Staaten fanden der Auswertung zufolge 96 Prozent des globalen Wachstums der Elektromobilitt seit 2015 statt. Die Zahl der Elektroautos stieg im vergangenen Jahrzehnt weltweit um mehr als das Fnfzigfache von 730.000 auf 39 Millionen. Wie die Analyse von Agora Verkehrswende und GIZ zeigt, haben sich fast alle G20-Lnder Ziele zum Ausbau der Elektromobilitt gesetzt und Manahmen zu deren Frderung eingefhrt. Parallel zur Elektromobilitt erhhten alle Staaten auch den Anteil an Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.
„Die grten Volkswirtschaften bewegen sich deutlich in Richtung E-Mobilitt“
Christian Hochfeld, Direktor Agora Verkehrswende: Die grten Volkswirtschaften der Welt bewegen sich deutlich in Richtung Elektromobilitt. Der Irankrieg zeigt, wie wichtig die Antriebswende ist. Sie mindert die Abhngigkeit von fossilen Energietrgern und die damit verbundenen Risiken fr Kosten und Sicherheit. Der Markthochlauf der Elektromobilitt muss nun deutlich beschleunigt werden. Den Wechsel zu batterieelektrischen Fahrzeugen zu verlangsamen, belastet nicht nur das Klima, sondern auch die Wirtschaft. Je grer die Unsicherheit hinsichtlich der politischen Untersttzung der Marktentwicklung, desto geringer ist die Planungs- und Investitionssicherheit fr Unternehmen als Grundlage fr langfristige Wettbewerbsfhigkeit.
Wie die Analyse zeigt, verfgen mit Ausnahme von Mexiko alle G20-Staaten ber Manahmen zur Frderung von Elektrofahrzeugen wie beispielsweise Direktzahlungen, reduzierte Einfuhrzlle oder verringerte Kfz- oder Kaufsteuern. Einige Regierungen geben Elektrofahrzeugen bei der Beschaffung fr den ffentlichen Fuhrpark Vorrang. Die meisten G20-Lnder untersttzen zunehmend die lokale Herstellung von Elektrofahrzeugen.
In den allermeisten G20-Staaten wchst mit der Wirtschaft auch weiterhin die Zahl der Pkw im Verhltnis zur Bevlkerung. In den meisten Lndern werden mehr als 80 Prozent der Personenfahrten mit dem Auto zurckgelegt. Nur in Japan und China spielt die Bahn im Personenverkehr aufgrund umfangreicher Hochgeschwindigkeitsnetze eine deutlich wichtigere Rolle. Der Ausbau von effizienteren Verkehrstrgern wie Bussen, Bahnen und Wasserstraen kann mit dem Wachstum hin zur individuellen Mobilitt bislang nicht Schritt halten. Die Analyse unterstreicht aus diesem Grund die Notwendigkeit weiterer politischer Manahmen, um sowohl die Verbreitung von Elektrofahrzeugen als auch den Umstieg auf effizientere Verkehrsmittel voranzutreiben.
Die Ergebnisse der G20-Analyse Towards Decarbonising Transport 2026 – A Stocktake on Sectoral Ambition in the G20 stehen hier zum Download zur Verfgung.
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