Ein neues Tool soll mittels Künstlicher Intelligenz (KI) unter anderem die Verweildauer von Elektroautos an Ladesäulen vorhersagen. So sollen neu hinzukommende Fahrer auf einen Blick sehen können, wie viele Ladesäulen belegt sind, wann eine Säule voraussichtlich frei wird und ob sich das Warten lohnt. Entwickelt wurde die Software von der Firma Scheidt & Bachmann Energy Retail Solutions, einem Spezialisten für Tankstellen- und Energielösungen.
Die KI-gestützte Lösung für E-Auto-Fahrer soll Verfügbarkeit, Auslastung und Preistransparenz von Ladestationen in Echtzeit vorhersagen. Das soll E-Auto-Fahrern wie Ladestationsbetreibern Vorteile bringen: Fahrer erhalten einen schnellen Überblick über die Verfügbarkeit von Ladesäulen und werden über die voraussichtliche Belegungsdauer informiert. Für die Betreiber steigert diese Transparenz laut Scheidt & Bachmann die Effizienz und Kundenbindung an den Ladesäulen.
„Wer sein Elektroauto laden will, kennt das Problem: Ist die Ladesäule besetzt, wird aus dem E-Erlebnis schnell eine E-Odyssee auf der Suche nach einer freien Ladesäule“, so das Unternehmen. „Während Autofahrer an konventionellen Tankstellen Wartezeiten und Kosten verlässlich einschätzen können, herrscht an E-Ladesäulen oft Unklarheit.“ Die technische Herausforderung für die entwickelte Lösung seien beträchtlich: „Anders als beim Tanken, das wenige Minuten dauert, verbringen E-Autofahrer deutlich mehr Zeit an Ladesäulen. Ob jemand nur bis 80 Prozent lädt oder den Akku vollständig füllt, ob nebenbei eingekauft oder im Café gewartet wird: Menschliches Verhalten ist schwer vorhersagbar.“
Gemeinsam mit dem Technologieberatungsunternehmen Slalom Germany hat Scheidt & Bachmann einen KI-Algorithmus entwickelt, der innerhalb der ersten fünf Minuten einer Ladesession zuverlässig prognostizieren können soll, wann der Ladepunkt wieder verfügbar sein wird. Dafür kombiniert man Daten aus offenen Schnittstellen mit zusätzlichen Parametern wie Standort, Wochentag, Uhrzeit, Wetter und umliegende Angeboten. „Über direkte Datenpipelines fließen kontinuierlich neue Informationen in das Berechnungsmodell ein, das sich dadurch stetig selbst optimiert“, so die Verantwortlichen.
Anwender haben verschiedene Möglichkeiten, diese Informationen abzurufen. Etwa über eine API zur Drittanbieter-Integrationen (beispielsweise in Apps für Smartphone und/oder Auto) sowie über eine Verbindung zu einem von Scheidt & Bachmann angebotenen großen, digitalen Outdoor-Screen, um die Daten direkt am Ladepark anzuzeigen.
Die Elektromobilität werde den gesamten Markt in wenigen Jahren stark verändern, glaubt das Unternehmen. Man wolle die E-Mobilität so planbar gestalten wie herkömmliches Tanken. Das dazu konzipierte System zeigt neben der Position und Verfügbarkeit von Ladepunkten vor Ort auch Informationen zu Preisen, lokalen Angeboten und Werbemöglichkeiten an. Die Lösung ist laut dem Anbieter bereits im Einsatz und kann sowohl als Komplettpaket mit einem Outdoor-Screen als auch als eigenständige Schnittstellenlösung zur Integration in bestehende Plattformen erworben werden.
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