Das Fahrzeugwerk Zwickau übernimmt im Volkswagen-Konzern ab sofort die Rolle als zentrales Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft. In Zwickau werden neue Geschäftsfelder der Kreislaufwirtschaft auf Wirtschaftlichkeit geprüft, Standards festgelegt und das Wissen für andere Standorte weltweit zur Verfügung gestellt.
Insgesamt plant Volkswagen in den nächsten Jahren Investitionen von bis zu 90 Millionen Euro am Standort. Der Freistaat Sachsen fördert das Gesamtprojekt mit bis zu 10,7 Millionen Euro. Zwickau startet neben der Zentralfunktion zunächst mit der systematischen Demontage von Fahrzeugen zur Rückgewinnung von wertvollen Rohstoffen und zur Weiterverwendung von Komponenten. Bis 2030 ist ein stufenweiser Aufbau der Kapazitäten auf 15.000 Fahrzeuge jährlich geplant.
„Reduce & Grow“
Das Fahrzeugwerk Zwickau übernehme im Bereich Kreislaufwirtschaft eine Vorreiterrolle für den Konzern, erklärt Volkswagen. Es würden technische Innovationen sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) entwickelt und standardisiert. Durch die Nutzung von Datenplattformen und KI könne Volkswagen Materialflüsse, Recyclingprozesse und Geschäftsmodelle effizient nachverfolgen, steuern und neue Standards setzen. Darüber hinaus werde Zwickau für die Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern in der Kreislaufwirtschaft eine zentrale Rolle spielen.
Am Standort würden im ersten Schritt die Demontageprozesse definiert, erprobt und abgesichert, um so Standards für alle weiteren Standorte setzen zu können, erklärt das Unternehmen. „Volkswagen erhält somit Zugang zu Bauteilen und Komponenten, die nach sachgerechter Prüfung und Aufbereitung wieder in den Kreislauf, z.B. für Gebrauchtfahrzeuge eingebracht werden können. Ein weiterer Schwerpunkt ist es, Materialien sauber zu trennen, um somit reine Rezyklate zu gewinnen.“
„Kreislaufwirtschaft wird für Volkswagen immer wichtiger“
„Kreislaufwirtschaft wird für die Volkswagen AG in den nächsten Jahren immer wichtiger. Sie adressiert zentrale Herausforderungen der Automobilindustrie: Rohstoff-Resilienz, Dekarbonisierung, Wirtschaftlichkeit und Beschäftigung“, sagt Andreas Walingen, Leiter Group Circular Economy.
„Konkret verfolgen wir das Ziel, Rohstoffe für den Bau neuer Fahrzeuge wiederzuverwenden. Damit wird Volkswagen unabhängiger vom weltweiten Rohstoffhandel, verringert den CO2-Fußabdruck der Fahrzeuge und schafft neue Geschäftsmodelle. Kreislaufwirtschaft fördert technologische und digitale Innovationen und sichert Arbeitsplätze am Standort und Wertschöpfung in Deutschland. Das ist die Aufgabe des Fahrzeugwerks Zwickau. Hier definieren, erproben und prüfen wir alle nötigen Prozessabläufe und Standards. Mittelfristig werden wir ein CE-Wertschöpfungsnetzwerk mit weiteren Standorten und Partnerschaften in ganz Europa benötigen, um Circular Economy wirtschaftlich erfolgreich zu skalieren.“
Für den Einstieg in die Kreislaufwirtschaft werden den Angaben zufolge in den nächsten Jahren am Standort bis zu 90 Millionen Euro in Umbauarbeiten, technische Anlagen und KI-Anwendungen investiert. Im aktuellen Jahr sollen 500 Vorserienfahrzeuge (Erprobungsfahrzeuge) verarbeitet werden. Ab 2027 soll die Anzahl der Fahrzeuge ansteigen. Ein modulares Demontage-Konzept ermöglicht die stufenweise Erhöhung der Kapazität auf jährlich 15.000 Fahrzeuge im Jahr 2030.
„Volkswagen Sachsen schlüpft erneut in die Pionierrolle. Wir waren das erste Werk, welches vollständig auf E-Mobilität umgestellt wurde. Jetzt erschließen wir den wichtigen Geschäftsbereich der Kreislaufwirtschaft“, so Danny Auerswald, Sprecher der Geschäftsführung Volkswagen Sachsen. „Mit unserer Erfahrung in der Großserienproduktion und der exzellenten Hochschullandschaft in Sachsen werden wir diese neuen Geschäftsfelder für den Konzern prüfen, wirtschaftlich darstellen und ausbauen.“
Kreislaufwirtschaft wird in den zukünftigen Ausbildungsberufen und Hochschulfächern eine größere Rolle spielen. „In Zusammenarbeit mit dem Volkswagen Bildungsinstitut und der Westsächsischen Hochschule werden bestehende Berufswege und Studiengänge um Inhalte der Kreislaufwirtschaft ergänzt. Damit übernimmt der Standort Zwickau auch die Ausbildung und Weiterbildung der Mitarbeiter an zukünftigen Standorte“, erklärt der Konzern.
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