Die Europäische Kommission und das chinesische Handelsministerium haben sich laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) auf Preisverpflichtungen für chinesische Elektroauto-Exporteure geeinigt. Künftig können die Hersteller die seit Ende 2024 zwischen 7,8 und 35,3 Prozent liegenden Strafzölle sowie den schon vorher geltenden regulären Importzoll von zehn Prozent vermeiden, wenn sie sich verpflichten, ihre Elektroautos in Europa nicht unter einem bestimmten Mindestpreis zu verkaufen.
Die EU-Kommission veröffentlichte dazu Leitlinien, die den Ablauf der Umsetzung regeln. Die China-Hersteller müssen Anträge bei der EU einreichen und ihre Mindestpreise direkt mit Brüssel abstimmen. Laut den Vorgaben dürfte sich die Höhe der Aufschläge kaum ändern, sodass die Preise für Verbraucher voraussichtlich stabil bleiben.
Im Gegensatz zu den bisherigen Strafzöllen behalten die chinesischen Hersteller nun die Differenz zwischen dem ursprünglichen Preis und dem vereinbarten Mindestpreis selbst, anstatt Zölle an die EU abzuführen. Die Einigung soll im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation stehen.
Die EU hatte die Strafzölle auf in China gebaute Elektroautos im Herbst 2024 eingeführt, weil sie der Meinung ist, dass die Regierung des Landes ihre Autoindustrie übermäßig subventioniert und damit den Wettbewerb verzerrt. Ziel war es, europäische Hersteller vor der Konkurrenz aus Fernost zu schützen.
Insbesondere deutsche Autohersteller hatten die Zölle allerdings nicht unterstützt, da sie stärker auf den chinesischen Markt angewiesen sind als etwa französische Konkurrenten. Auch die Bundesregierung stimmte in dem Votum gegen die Maßnahme, konnte sich aber nicht durchsetzen.
Das chinesische Handelsministerium lobte den Verhandlungsprozess mit Brüssel als von gegenseitigem Respekt geprägt und betonte den konstruktiven Dialog. Es hieß, dass man „Differenzen im Rahmen der WTO-Regeln beilegen“ könne, was „der gesunden Entwicklung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und der EU“ sowie „der Aufrechterhaltung einer regelbasierten internationalen Handelsordnung“ diene.
Chinesische Unternehmen haben aufgrund der EU-Strafzölle im letzten Jahr ihre Pläne für die Produktion von Elektroautos hierzulande forciert. Ob die Bemühungen für europäische Werke nun zurückgefahren werden, bleibt abzuwarten. Das gilt auch für den zuletzt hochgefahrenen Export von Plug-in-Hybriden, die nicht von den zusätzlichen EU-Zöllen betroffen sind.
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