US-Elektroautobauer Lucid und Bolt, eigenen Angaben zufolge Europas führende Plattform für geteilte Mobilität, haben eine strategische Partnerschaft für autonome Mobilitätsangebote in Europa verkündet. Die Unternehmen wollen entsprechende Angebote gemeinsam entwickeln und in großem Umfang auf den Markt bringen. Dabei sollen Lucids softwaredefinierte Fahrzeugplattform sowie Bolts europäische Daten, Betriebsinfrastruktur und Mobilitätsexpertise zusammengeführt werden.
Auf Basis der nächsten Lucid-Fahrzeugplattform „Midsize“ plant Bolt den Einsatz von mindestens 25.000 vollautonomen Fahrzeugen in mehreren europäischen Städten und Ländern. Bolt verfolgt das Ziel, bis 2035 insgesamt 100.000 autonome Fahrzeuge auf seiner Plattform zu betreiben. „Autonome Shared Mobility bietet uns die ideale Möglichkeit unsere Technologie über das Privatkundengeschäft hinaus einzusetzen“, sagt Silvio Napoli, CEO bei Lucid.
Beide Unternehmen wollen bereits bei der Produktentwicklung eng zusammenarbeiten. Geplant ist eine für autonome Fahrsysteme ausgelegte Fahrzeugplattform nach SAE Level 4. Sie soll Nvidia Hyperion nutzen, eine serienreife Referenzarchitektur und Entwicklungsplattform, die leistungsstarke Rechensysteme mit standardisierter Sensorik verbindet.
Bei Bolt wird die Partnerschaft von Bolt Autonomous Driving Solutions verantwortet. Die Einheit soll gemeinsam mit Partnern autonome Mobilitätslösungen für Europa entwickeln, erforderliche Technologien integrieren und sie in den kommerziellen Betrieb bringen. Bolt will außerdem Anforderungen an Fahrzeuge sowie Vorgaben für Software, Sicherheit und Fahrgasterlebnis mitentwickeln, die Flotteninfrastruktur und Betriebssysteme aufbauen, Partnerschaften mit Städten etablieren und die Flotte selbst besitzen und betreiben.
Aufseiten von Lucid übernimmt die neu gegründete Einheit Lucid Technologies die Verantwortung. Dort bündelt das Unternehmen Kompetenzen in Künstlicher Intelligenz, Fahrerassistenz, autonomem Fahren und weiteren digitalen Technologien. Die Einheit soll eigene Lösungen weiterentwickeln und deren Kommerzialisierung vorantreiben.
Lucid und Bolt wollen zudem mit weiteren Technologiepartnern für autonomes Fahren sowie mit europäischen Regulierungsbehörden und politischen Entscheidungsträgern zusammenarbeiten. Ziel sei es, die sichere und skalierbare Einführung autonomer Mobilitätsangebote in Europa voranzutreiben.
„Autonomes Fahren in Europa setzt voraus, dass Daten, Software, Fahrzeuge und Betrieb als ein Gesamtsystem zusammenspielen – zugeschnitten auf europäische Straßen und regulatorische Anforderungen“, sagt Markus Villig, Gründer und CEO von Bolt. „Lucid bringt dafür eine erstklassige technologische Plattform mit. Gemeinsam werden wir Fahrzeug und Software auf Grundlage unserer Daten und unserer mehr als zehnjährigen Erfahrung aus über 850 Städten entwickeln. Niemand verfügt über bessere Voraussetzungen, um autonome Mobilitätsangebote effizient und in großem Maßstab zu betreiben.“
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