spot_img

VW will schneller entwickeln, E-Auto-Plattform SSP unterstützt Range Extender

Çok Okunanlar

Volkswagen will mit dem Programm PEP 36 Produkte und Technologien künftig in 36 Monaten oder weniger entwickeln und damit rund ein Jahr schneller sein als bisher. Entwicklungschef Werner Tietz sieht laut einem Interview mit Auto Motor und Sport Künstliche Intelligenz als entscheidenden Hebel und will sie von Konstruktion und Softwareentwicklung bis zu Beschaffung, Qualität und Produktion einsetzen. Zugleich soll sich Software künftig nicht mehr dem Produktplan anpassen, sondern das Produkt stärker am Software-Zyklus orientieren.

Bei den Entwicklungskosten hält Tietz eine Reduktion um 30 bis 40 Prozent für machbar. Er setzt dafür auf weniger Doppelarbeit und eine stärkere Nutzung gemeinsamer Konzernressourcen, etwa beim Testen in der Markengruppe Core (VW Pkw, Skoda, Seat, Cupra, VW Nutzfahrzeuge). Auch vom ersten Hardware-Stand bis zur Serienproduktion sieht er noch ein Einsparpotenzial von mehreren Monaten, weil Vorentwicklung, Werkzeuge und Zulieferprozesse früher ein höheres Niveau erreichen.

Gemeinsame Technologien sollen künftig dort eingesetzt werden, wo sie Mehrwert schaffen, während die Marken an für Kunden erlebbaren Stellen differenziert bleiben. Tietz verweist auf die Electric Urban Car Family mit aktuell VW ID. Polo, Cupra Raval und Skoda Epiq sowie auf die Zusammenarbeit von Porsche und Audi bei Taycan und e-tron GT. „Gemeinsame Technologie schafft also Freiräume für mehr Markencharakter“, so der Chefentwickler.

Beim Software-definierten Fahrzeug (SDV) soll entscheidend sein, wann ein Software-Stack produktionsreif ist. Modelle könnten auf dieser Basis in Serie gehen und einzelne Funktionen später per Update erhalten, statt für einzelne Fahrzeuge immer neue Softwarestände und Sonderlösungen zu entwickeln. Die Kooperation mit dem US-Elektroauto-Startup Rivian unterstützt nach Angaben von Tietz dieses softwaregetriebene Entwicklungsmodell. Die kommende Elektro-Plattform SSP (Scalable Systems Platform) orientiere sich stark an den Fortschritten des gemeinsamen Joint Ventures mit Rivian.

SSP „Zukunftsplattform für Elektrofahrzeuge“ in Europa und Nordamerika

Die SSP bleibt als Zukunftsplattform für reine Elektrofahrzeuge in Europa und Nordamerika. Sie soll unter anderem 800-Volt-Technologie, Steer-by-Wire und die neue zonale SDV-Architektur aus dem Rivian-Joint-Venture integrieren. Technisch wird außerdem die Möglichkeit eines Range Extenders vorgesehen, also eines kompakten Verbrennermotors als Stromgenerator für den E-Antrieb. Tietz meint jedoch, derzeit spreche wenig dafür, dass Range Extender außerhalb Chinas eine größere Rolle spielen werden.

Für Verbrenner sollen bestehende Plattformen genutzt werden, wobei Tietz ihnen vor allem im Premium- und Luxussegment weiterhin eine Zukunft zuschreibt. In Europa werde der Verbrennermarkt in den Volumensegmenten perspektivisch zurückgehen, während Volkswagen weitere Elektromodelle plant und Verbrenner-Kapazitäten schrittweise anpassen will. Plug-in-Hybride bezeichnet der Manager als gute, technisch aber aufwendige und vergleichsweise teure Brückentechnologie. Bei solchen Teilzeitstromern hält er rein elektrische Reichweiten um 100 Kilometer für sinnvoll.

Die Serienversion des Kleinwagens ID. Every1 soll 2027 auf den Markt kommen und als erstes Modell mit der neuen SDV-Architektur auf die Straße fahren. Volkswagen habe das Fahrzeug durch striktes Kostenmanagement und Skaleneffekte der MEB-Familie (Modularer E-Antriebs-Baukasten) wirtschaftlich ausgelegt, erklärt Tietz. Weitere Verbesserungen erwartet er unter anderem bei den Batteriekosten. Zusätzlich sollen integrierte Elektronikkomponenten, standardisierte Batteriemanagementsysteme, modulare AC-Lader und mehr gleiche Kleinstbauteile Kosten, Leistungsfähigkeit und Effizienz verbessern.

Bei Assistenzsystemen sieht Tietz in Künstlicher Intelligenz (KI) die Möglichkeit, Entwicklung und Qualität zu verbessern. Beim autonomen Fahren seien KI-basierte End-to-End-Systeme regelbasierten Ansätzen bereits überlegen. Für Europa und Nordamerika erwartet er gegen Ende des Jahrzehnts Fahrzeuge mit einem hohen Automatisierungsgrad, zunächst mit Systemen auf Level 2

Gegenüber chinesischen Wettbewerbern hebt Volkswagens Leiter der Konzern-Forschung und -Entwicklung deren Verknüpfung von Fahrzeugen mit Smartphone, Smart Home und digitalen Services hervor. Bei seinem Unternehmen sieht er die Stärken beim Gesamtfahrzeug, bei Qualität, Sicherheit und Fahrdynamik sowie „dem stimmigen Produktpaket“. Die Automobilindustrie sei nie „ein Sprint“ und werde auch künftig keiner sein. „Entscheidend ist, wer Technologie, Qualität, Design und Kundennutzen am besten zusammenbringt. Genau darauf konzentrieren wir uns“, so Tietz.

Automobile Magazine-Germany

spot_img
Ford Kampanya Banner
spot_img

Peugeot, Venedik Film Festivali’nde: Kırmızı Halıda Zarafet ve Duygu

Venedik Film Festivali'nin 83. edisyonu, sinema dünyasının yanı sıra Peugeot'nun da dikkat çekici bir organizasyonla yer aldığı etkinliklerden biri...