Stellantis arbeitet unter dem neuen europischen Designchef Gilles Vidal seit Sommer letzten Jahres daran, seine Marken klarer voneinander abzugrenzen. Ziel ist es, interne Konkurrenz zu reduzieren und stattdessen strker im Wettbewerb mit externen Herstellern zu stehen. Vidal kehrte 2025 nach fnf Jahren bei Renault zurck, wo er unter anderem die Serienversionen der Elektroautos 4, 5 und des neuen Batterie-Twingo verantwortete.
Bereits zuvor hatte sich Vidal als Chefdesigner von Peugeot in den 2010er Jahren einen Namen gemacht. In dieser Zeit fhrte er eine neue Designsprache ein und war an der Einfhrung des i-Cockpit beteiligt. Nun verfolgt er bei Stellantis die Absicht, die einzelnen Marken so zu differenzieren, dass sie fr Kunden eine eigenstndige Bedeutung erhalten.
Er erklrte im Gesprch mit Autocar, dass Kunden weiterhin Modelle verschiedener Konzernmarken miteinander vergleichen und sich zwischen ihnen entscheiden knnten. Stellantis als Konzern spiele dabei fr viele Kufer keine Rolle. Ziel sei es daher, die Markenfhrung so zu steuern, dass sie mehr gegen die echte Konkurrenz antreten und weniger gegeneinander.
Als Beispiel fr gelungene Differenzierung nannte Vidal frhere Modelle wie Citron C5 Aircross, Peugeot 3008, Peugeot 5008 und Opel Grandland. Diese seien sehr, sehr unterschiedliche Autos nicht nur im Design, sondern auch im Fahrverhalten, obwohl sie auf einem gemeinsamen Programm basieren.
„Keine Klone“
Gleichzeitig rumte Vidal ein, dass viele Modelle innerhalb der europischen Stellantis-Marken gemeinsame Plattformen und strukturelle Komponenten nutzen. Dennoch sei es sein Anspruch, Fahrzeuge zu entwickeln, die sich deutlich voneinander unterscheiden und keine Klone sind.
Die breite ffentlichkeit interessiert sich nicht so sehr fr Stellantis: Sie interessiert sich fr die Marken selbst, so der Manager. Kunden kauften gezielt Marken wie Peugeot, Opel oder Fiat, nicht jedoch ein Stellantis-Produkt. Deshalb msse klar herausgearbeitet werden, wofr jede Marke steht.
Fr Peugeot sieht Vidal eine Ausrichtung auf Innovation, etwa anhand aktueller Konzepte wie dem Polygon mit „Hypersquare“-Steuerung. Gleichzeitig sollen die Serienfahrzeuge weiterhin elegante Designs behalten und nicht ausschlielich futuristisch wirken. Citron soll sich strker als erschwingliche Marke positionieren, dabei aber seine traditionelle Eigenwilligkeit beibehalten. Aspekte wie Modularitt, grozgige Innenrume und neue Nutzungserlebnisse sollen dabei im Fokus stehen.
Weitere Marken behalten jeweils eigene Profile: DS steht weiterhin fr franzsischen Premiumanspruch, Fiat fr eine Modellfamilie im Stil des Grande Panda. Opel soll zur kreativsten deutschen Marke werden, whrend Alfa Romeo sich auf fahrerorientierte Modelle konzentriert. Maserati bezeichnete Vidal als die Marke mit dem deutlichsten Bedarf an einer Neuausrichtung, da sich ihre Designsprache historisch etwa alle zwei Jahrzehnte grundlegend verndert habe.
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